• artificus

    Finger weg von Schreibratgebern, vor allem wenn man selbst noch Amateur ist!
    Die Tipps in Schreibratgebern können tatsächlich nützlich sein, aber oft fehlt es Anfängern an Intuition und an “Bauchgefühl” diese Tipps angemessen umzusetzen.
    Schreiben lernt man eher durch Übung, Übung, Übung - und Lesen! Lesen der Bücher derer, die es bereits können. Man sucht sich am besten einen Autor mit einem Stil aus, der einem gefällt und achtet darauf, wie er bestimmte Probleme löst. Dadurch bekommt man eher ein Gefühl für Sprache, als wenn man sich theoretische Tipps durchliest. Man liest nicht ein, zwei oder hundert Schreibratgeber und kann danach schreiben. Das ist illusorisch.
    Übung und Lesen - mehr braucht es nicht. Und wenn man sich schon einige Erfahrung angeschrieben hat, DANN kann man sich einen Schreibratgeber zulegen.

    posted in Schreibhandwerk read more
  • artificus

    @baronesse Hab noch nicht kommentiert, weil du mir voll und ganz aus der Seele sprichst. :)
    Für diejenigen, die meinen, man könne die so ziemlich einzigen objektiven Kriterien der Sprache (Grammatik und Rechtschreibung) nach Bauchgefühl anpassen, hier mal ein weiteres Beispiel:
    Was ist, wenn es um einen kleinen Jungen geht, auf den als “Kind” referiert wird und im nächsten oder noch im gleichen Satz als “er”? Das ist grammatikalisch einfach falsch und zeugt von schlechtem Stil. Wenn man etwas biologisch Maskulines unbedingt so darstellen möchte, sollte man das auch in der Grammatik konsequent tun und statt “Kind” “Junge” schreiben.
    Da das Wort “Mädchen” im Deutschen nun mal ein Neutrum ist, muss man auch “es” schreiben, ansonsten ist die Referenz unklar. Wer etwas biologisch Feminines als solches benennen und das Neutrum unbedingt vermeiden will, muss eben eine andere Benennung finden wie z.B. “junge Frau”. Und falls das nicht geht (weil “es” noch ein Kind ist), schreibt man eben den Eigennamen, z.B. “Clarabella” und kann dann mit “sie” auf sie referieren.
    Es gibt so viele verschiedene Möglichkeiten, das ist doch das Tolle beim Schreiben. Die künstlerische Freiheit besteht meiner Meinung nach darin, dass man die Wahl hat, wie man es richtig macht.

    posted in Schreibhandwerk read more
  • artificus

    Ich bin ein großer Fan des non-linearen Schreibens. Das Schöne ist, dass ich einfach an einer anderen Szene weiterschreiben kann, wenn ich auf den chronologischen Verlauf gerade keine Lust habe.
    Außerdem neige ich dazu, erst den Anfang und dann das Ende zu schreiben. Danach erst fülle ich den Platz dazwischen.
    Das Ende früh zu schreiben hilft mir, einen groben Fahrplan zu haben. Wenn ich mich in einer Szene verrenne oder den roten Faden verliere, habe ich immer das Ende als Orientierungshilfe.

    posted in Schreibhandwerk read more
  • artificus

    Hallo ihr Lieben!
    Ich habe heute endlich den Antrag auf Freiberuflichkeit beim Finanzamt abgegeben. Sobald ich eine Steuernummer zugestellt bekommen habe, darf ich also “offiziell” Lektoratsaufträge entgegennehmen.
    Mein Angebot umfasst (bisher):

    • Stillektorat: Eine Stufe weiter als ein einfaches Korrektorat. Geachtet wird auf einen einheitlichen, gut lesbaren Stil (und natürlich auf Rechtschreibung & Co).
    • Konzeptlektorat: Detaillierte Korrekturen und Vorschläge auf inhaltlicher Ebene.
    • Manuskript-Gutachten: Ausführliche Bewertung des gesamten Manuskripts und ggf. Verbesserungsvorschläge (2.000+ Zeichen).

    Ich werde das Angebot in Zukunft womöglich weiter ausbauen. Bei Interesse meldet euch bei mir. :)

    Zu mir: Abgeschlossenes Master-Studium in Literatur-, Sprach- und Kommunikationswissenschaft, freie journalistische Tätigkeit und bereits Erfahrung im Bereich Lektorat.

    posted in Von Autor:innen für Autor:innen - Archiv read more
  • artificus

    Wie hier oben schon alle gesagt haben: Unsicherheit überwinden.

    Konkret würde ich das an deiner Stelle folgendermaßen umsetzen: Such dir ein Projekt aus. Und dann schreib. Denke während des Schreibens nicht über die Qualität nach. Einfach runterschreiben, Tippfehler ignorieren - überarbeiten musst du später eh noch mal. Schreib den Text einfach jeden Tag straight runter, egal ob du Spaß dran hast, oder es eher zäh läuft. Und den Text währenddessen nicht noch mal durchlesen! Das könnte nur wieder Zweifel wecken.
    Wenn du das Projekt bis zur Hälfte durch hast, bist du eh so tief drin, dass du nicht mehr aufhören kannst. ;)

    posted in Schreibhandwerk read more
  • artificus

    Ich mache so etwas regelmäßig: Wir haben so einen kleinen Caravan in der Eifel. Da kann man sich herrlich vor der Welt verstecken. Kein Internet, schlechter Handy-Empfang …
    Da oben schaffe ich immer so viel. Leider müssen wir das Ding Ende des Jahres verkaufen. :( Dann muss ich mir was anderes suchen.

    posted in Schreibhandwerk read more
  • artificus

    Es wäre schrecklich, wenn wir ausschließlich nur über das schreiben müssten, was wir selbst aus Erfahrung kennen! XD
    Das ist natürlich nicht so. Mit genügend Recherche und Empathie lässt sich der Mangel an Erfahrung relativ gut kompensieren. Natürlich wird man richtig krasse Extremsituationen niemals 1:1 rüberbringen können, wenn man sie selbst nie erlebt hat, aber das ist meiner Ansicht nach auch gar nicht notwendig. Wichtig ist, so zu schreiben, dass der Leser sich zumindest vorstellen kann, wie es sein könnte. Und das gelingt dann, wenn der Autor in der Lage ist, es sich vorzustellen. Mit Betroffenen selbst zu reden ist natürlich das non plus ultra, die Gelegenheit ergibt sich allerdings nicht so oft.
    Wie gesagt: Recherche und Empathie.

    posted in Schreibhandwerk read more
  • artificus

    Ich bin ein großer Lyrik-Fan, jedoch weniger beim Lesen sondern eher beim Zuhören (liebe Poetry Slams und andere Veranstaltung in der Art). Und Lyrikanalyse hat mich weder in der Schule noch im Studium vergrault, im Gegenteil. Wenige Gattungen sind inhaltlich so vielschichtig.

    Wer sich über Trends und nicht-reimende Gedichte ereifert, hat die Gattung nicht begriffen. Lyrik ist formal so offen für neue Ideen, für Experimente mit Sprache, dass es die reinste Wonne ist. Man könnte sogar im Gegenteil behaupten: Wer seine Gedanken in das Korsett eines Reimes zwingt, kann sich nicht frei ausdrücken ;) Das ist nicht meine Meinung, nur ein Gedanke, den man berücksichtigen sollte.
    Ich sage: In der Lyrik ist alles erlaubt, solange es wirkt. Gedichte vermögen es viel schneller zu packen, mitzureißen, Inhalte in komprimierter, verschlüsselter Form zu vermitteln, als es jeder Roman tun könnte. Gute Lyrik schreiben (und das geht über das simple Reimen hinaus), ist eine hohe Kunst, der ich sehr viel Achtung entgegen bringe.

    posted in Plauderecke read more
  • artificus

    Ich habe da mal eine vielleicht triviale Frage, die mich aber seit längerem grübeln lässt. Ich hatte vor ein paar Jahren in einem anderen Forum eine interessante Diskussion über Charaktere bzw. verschiedene Arten von Charakteren, wobei ich seitdem grübele: Welche Sorte Charaktere will ich eigentlich für meine Geschichten haben?

    Es ging darum: Es gibt Figuren, die werden durch ihr Umfeld, ihre Welt definiert, sie würden nicht außerhalb ihrer Welt (bspw. in einem Crossover oder so) existieren können. Dabei geht es nicht um ihre Persönlichkeit oder Charaktereigenschaften, sondern eher darum, wie die Figur mit der Geschichte zusammen und aus hier heraus funktioniert. Und dann gibt es die Figuren, die einfach überall eingesetzt werden können. Ich dachte immer, diese Art von Figuren sei die bessere, wobei mein damaliger Diskussionpartner jedoch meinte, dass diese Figuren nur überall funktionieren, weil sie Stereotypen sind. Und genau da liegt bei mir der Knackpunkt, denn Stereotypen will ich eigentlich nicht haben.

    Ich hoffe mein Problem ist verständlich/nachvollziehbar. Wie seht ihr das? Kann man einfach tolle Figuren haben, die man überall einsetzen kann, ohne dass sie Stereotypen sind, oder ist eine gute Figur automatisch mit der Geschichte und ihrer Welt verbunden?

    posted in Schreibhandwerk read more
  • artificus

    @Enlori Danke dir! Ich persönlich brauchte keine Illus und hätte sie darum auch nicht vermisst, darum ist es gut, mal die Sichtweisen anderer zu erfahren. ^^

    Ich habe jetzt die Testleser mal nach ihren Einrücken gefragt, welche Szenen sich gut für eine kleine Illu anbieten würden, und habe da schon Feedback bekommen. D.h. heute abend wird noch mal gezeichnet, damit auch überall vergleichbar viele Illus sind. ^^

    posted in Schreibhandwerk read more
  • artificus

    @meersalz Ich habe die Illustrationen, die schon fertig oder zumindest skizziert habe, an den Stellen einsortiert, an die sie im Text gehören - dabei fiel mir dann das Ungleichgewicht auf. (Ergab sich auch daraus, dass es spontan 1 Kapitel mehr geworden ist, das hat jetzt gar keine Illus).

    @AnnXnnA Danke für den Input. Die Testleser haben leider die Version ohne Illustrationen. Ich wollte die Illustrationen fertig machen, während ich auf das Feedback der Testleser warte. Vielleicht schicke ich am Ende noch mal eine Version mit Illus herum und frage, wie es ankommt.

    @philbloom: Mich persönlich stört es tatsächlich, ich wollte nur mal ein Meinungsbild abfragen, ob ich mit meinem Eindruck alleine bin. Dann muss ich wieder an den Zeichenblock. ^^ Danke für das Feedback.

    posted in Schreibhandwerk read more
  • artificus

    @Buchbummelant Das mit der Inszenierung wollte ich demnächst mal ausprobieren. Ich habe mir ein männliches Pseudonym zugelegt und die Buchreihe ist eh nicht so ganz ernst gemeint, darum wollte ich etwas mit dieser Fiktionalität des Autorennamens herumspielen. Ich werde berichten. :D

    posted in Schreibhandwerk read more
  • artificus

    Ich kenne mehrere Leute, die zur Rhein Messe Buch & Bild fahren, die vom Bundesamt für Magische Wesen veranstaltet wird. Ich überlege auch, mir dort einen Stand zu buchen …

    Da habe ich mich gefragt: Gibt es weitere jährliche Messen, die für Autoren interessant sind? Na klar hat man die beiden großen Buchmessen, aber da wird sich ein Normalsterblicher keinen Stand leisten können.
    Meine Goolge-Suche war nicht sehr ergiebig.

    Habt ihr Erfahrungen oder Lieblings-Conventions, die ihr empfehlen könnt?

    posted in Von Autor:innen für Autor:innen - Archiv read more
  • artificus

    @Barulf Moment, sprechen wir von Wortzahlen oder Zeichen? Weil 70k Zeichen ist meiner Erachtens noch kein Roman, das sind mit pt 10 auf A5 gerade mal 27 Seiten.
    Kann sein, dass Harry Potter 80k Worte hat, das ist aber auch deutlich mehr als 70k Zeichen. ;)

    posted in Schreibhandwerk read more

Looks like your connection to Schreibnacht was lost, please wait while we try to reconnect.