• Rainblue

    @Jeja Ist der gute Felix denn auch im Vordergrund zu sehen oder immer zum Dasein im Hintergrund verurteilt? xD

    @Buchbummelant Hast du denn grundsätzlich auch einen Typen (oder eine Konstellation bei Paaren), der dir da am meisten Spaß macht? Oder gefällt dir jede Variation ungefähr gleich gut? ö.ö
    Und was die Schwangerschaften angeht… da müsste man wohl intensiver in den Hintergründen wühlen. Klingt auf jeden Fall spannend, vor allem, dass es dich so sehr zu interessieren scheint, dass du dir selbst auf die Finger schlagen musst, der Versuchung nicht nachzugehen. xD
    Und vielen Dank. <3

    @HeavyOverlord Ich finde so was faszinierend, ich kann mir nicht helfen. xD Wenn man nachbohrt, liegt eigentlich auch immer auf der Hand, weshalb man solche Charaktere besonders gern oder besonders gut schreiben kann und was dabei alles eine Rolle spielt. Aber das macht es nur noch interssanter.

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  • Rainblue

    Mir sprang irgendwann zur Mittagszeit, als ich an meinem Herzensprojekt verzweifelt bin, ein tollwütiges Plotbunny ins Gesicht und jetzt, wo ich es endlich davon trennen und auf einem virtuellen Dokument einsperren konnte, geht mir (nicht zum ersten Mal) durch den Kopf, was für Charaktere ich eigentlich irgendwie immer wieder kreiere.

    Dadurch, dass ich viel mit Freunden zusammen geschrieben habe und schreibe und dabei multiple Geschichten entstanden sind, lässt sich die Präferenz sehr schön beobachten. Uuuund dabei dachte ich mir dann, dass ich diese Frage doch auch mal aus Lust und Laune ins Forum stellen könnte. And here we are.
    Habt ihr auch Charaktertypen, die ihr am liebsten schreibt oder die sich ganz von allein immer wieder einschleichen? Klar, Charaktere sind vielschattiert, mehr als nur ein bestimmter Archetyp oder eine Schablone und ich will jetzt auch gar nicht darauf hinaus, hier einen Schrank mit Schubladen aufzubauen, in die sie hineingehören. Aber mal runtergebrochen von der Theorie - was für eine Art von Charakter wäre das dann?

    Bei mir ist es der große, finstere, extrem humorlose Kerl mit dem eigentlich viel zu weichen Herzen. Bin ich trash für.
    Aber mich reizt gewissermaßen alles und ich bin immer auf der Suche nach einer Basis, die ich noch nie hatte.
    Ich habe mich in dem erwähnten Plotbunny übrigens eben deshalb gegen eine solche Figur entschieden, weil ich davon schon mehrere großgezogen habe. :see_no_evil:

    Falls das Thema schon irgendwo irgendwie irgendwann mal existiert hat, habe ich es übersehen und es tut mir leid.

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  • Rainblue

    Hier leckt man ja Blut, seinen Kopf anzustrengen. xD Gefällt mir.

    Zu Nummer 1 würde ich persönlich direkt sagen: Nee. So was von gar nicht. Jede Perspektive kann todlangweilig sein oder unglaublich mitreißend oder sogar mal das eine, mal das andere, abhängig von der Szene oder der sprechenden Rolle. Und auch noch abhängig von demjenigen, der es liest. Es gibt da keine Absolution. Und mir rettet das das Leben, ich schreibe nämlich in allen Perspektiven gleichzeitig, jeder der vier Charaktere meines Herzensprojekts hat eine andere.
    Deshalb kann ich mich auch nicht festlegen, was mir am besten gefällt, weder als Autor hinter der Tastatur noch als Leser hinter dem Buch. Ich mag alles, solange es mich fesselt, besonders, wenn es gemischt ist und mich fordert. Aber das nur am Rande. :see_no_evil:

    Je nachdem, was für eine Geschichte es ist und wie sie erzählt wird, können alle Perspektiven Dinge verschütten. Die Frage lautet dann auch eher, worauf der Schwerpunkt eigentlich liegt; auf der Handlung, auf den Charakteren, auf den Gefühlen, auf den Twists? Zumindest würde ich es nicht so radikalisieren, dass das eine das andere zunichtemacht. Es gibt genug berühmte Bücher in der Ich- oder in Erzählperspektive, die beweisen, dass beides erfolgreich sein kann. Und es letzten Endes auch kein Rezept für Erfolg gibt. Da schließe ich mich voll und ganz meinen Vorrednern an.

    Unterm Strich muss man es einfach mal ausprobieren und herausfinden, was einem selbst am besten gefällt und liegt und der Plot (oder Nicht-Plot bei Pantsern wie mir) wird sich daran anpassen, ganz von allein. Wenn dich dann das Gefühl ereilt, dass bestimmte Ereignisse untergehen oder nicht so geschildert werden können, wie du es geplant hattest, besteht immer noch die Möglichkeit, zwei Charaktere sprechen zu lassen oder Einschübe in der Erzählperspektive zu kreieren. Mir fällt gerade kein Beispiel ein, aber gelesen habe ich das mindestens schon in zwei oder drei Büchern.

    Die größte Hürde, die ich hatte (mir ging es da wie dir, ich habe darauf geschielt, was sich gut verkauft und versucht, das Erfolgsgeheimnis zu entschlüsseln, damit ich danach handeln kann), war, mir die Freiheit zu schenken, das zu tun, was ich will. Auch, wenn es sich total abgefahren anhört und fern aller Regeln des Handwerks steht. Man tut seiner Kreativität keinen Gefallen damit, sich starr auf das zu beschränken, was “empfohlen” wird oder “funktioniert”, bei mir endete das in Blockaden und Selbstzweifeln. Natürlich bedeutet das nicht, dass man alle Ratschläge über den Haufen werfen soll, im Gegenteil, die sind vollkommen legitim und nicht grundlos vielzitiert, aber oftmals verläuft man sich beim Befolgen auf totes Land und strebt Ansprüchen entgegen, die der Individualität die Luft zum Atmen rauben.
    Es geht ums Mittelmaß zwischen Technik und freier Entfaltung, zwischen nachvollziehbarer Dramaturgie und origineller Einfälle. Das ist ein Zeitfaktor.

    Aber um nochmal konkret auf die Fragen zurückzukommen. Gibt es denn Bücher, die dir zum Vorbild stehen? Bücher, an denen du deine Gedanken, das und das macht ein gutes Schrifststück aus, festmachst? Wenn ja, dann würde ich versuchen, nicht nur den Aspekt Perspektive daran zu beleuchten, sondern auch das, was dich daran so begeistert (ich vermute mal, das geht noch über den Erzählstil hinaus xD). Darin verbirgt sich vielleicht noch mehr von dem, was du suchst und erlangen willst und durch welches Sprachrohr es gesendet wird, ist eventuell gar nicht so wichtig. Oder eben doch, dann weißt du, ob es für dich einen Stellenwert hat und kannst eher abwägen, was für eine Perspektive deine Geschichte am besten schmückt.

    Klingt das irgendwie verständlich?

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  • Rainblue

    Ich war seit gefühlten Jahren nicht mehr hier aktiv. Gesendet aus der Ecke der Schande :see_no_evil:

    Aber ich habe zu keiner Zeit aufgehört, zu schreiben, trotz aller Veränderungen, die mein Leben schlagartig genommen hat. Wenigstens eine Konstante sollte sich ja bewahren und jetzt würde ich gern wieder versuchen, mich auch hier wieder aktiver einzuschalten. Ich komm also mal heimlich, still und leise aus der Versenkung gekrochen.

    Heute strebe ich ganz mutig an, das nächste Kapitel auf den Tisch zu bringen. Alle Zutaten stehen parat, alle Gewürze warten darauf, überdosiert zu werden, das Geschirr bangt um sein Leben, also alles beim Alten. Ich hab kürzlich die 800 Seiten geknackt (Ja, ich hab die Kontrolle über mein Leben verloren) und die Story ist so round about zu 80% abgeschlossen. Es sei denn, es kommt wieder alles anders (so wie, dass es plötzlich 800 Seiten wurden).
    Kochmütze aufsetzt und mit Essigessenz in die Runde prostet Frohes Schaffen euch allen!

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  • Rainblue

    @marinacgn Womöglich. Es hat sie sehr stark beschäftigt. x’D

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  • Rainblue

    @marinacgn Das ist auch der Kern, ja. xD Darum auch der Nachsatz. Ich wollte nur meinen Erfahrungswert hinzufügen, dass Gefühle, wenn sie echt rüberkommen beim Zuschauer/Leser/Betrachter eben auch echt sind, aber unter einem anderen Kontext in der Person stehen. Das Ganze dann so aus sich herauszuholen und in das Unterhaltungswerk umzuwandeln, das ist in meinen Augen die wahre Kunst dahinter.

    Lustiges Beispiel am Rande. Als ich mal bei einem Dreh war, wurde der einen Akteurin gesagt, sie hätte in Szene XY so unglaublich tief in die Situation verflochten ausgesehen, als wären ihre Gedanken drunter und drüber gegangen und sie gestand dann, sie habe währenddessen intensiv ans Essen gedacht. xD

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  • Rainblue

    Nichtsdestotrotz ist es natürlich Schwachsinn, wenn ein Außenstehender behauptet, dass der Darsteller oder Schreiber genauso wie diese Figur ist und in Wahrheit ein bösartiger Mensch. Erklärt sich eigentlich allein schon dadurch, dass niemand nur eine Schablone ist und sich in jeder Lebenssituation gleich verhält.
    Das wollte ich nur noch für die Akten hinzugefügt haben. Entschuldigt den langen Text. :see_no_evil:

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  • Rainblue

    Falls ich als ehemalige Schauspielerin mich einmischen darf… xD
    Das ganze Gespräch hat mich enorm an einen Satz einer meiner Schauspiellehrerinnen damals erinnert: “Muss man jemanden ermordet haben, um einen Mörder spielen zu können?” Die Frage lautet immer nein. Erfahrung schöpft man aus sehr vielen verschiedenen Erlebnissen und dem, was man im Verlauf seines Lebens lernt, ABER es ist unbestreitbar, dass Geschichten (oder wahlweise eben Schauspielerei, Bilder, Gedicht etc…) immer der Verarbeitung dienen und immer nur die eigenen Emotionen und Gedanken angezapft werden können. So unglaublich freundlich und umgänglich ein Mensch auch ist, auch er hat verborgene Seiten, die gewaltbereit sind, die düster sind und die er entweder nie ausgelebt hat oder nur in anderen Umständen. Schauspieler schauspielern nicht, sie fühlen, erleben, sind wirklich. Die Erinnerungen, Erlebnisse und damit verknüpften Emotionen, die sie dafür aus sich nehmen, sind zwar einer völlig anderen Natur und stammen aus ganz anderen Orten als die der Rolle, aber sie sind das, worauf er zugreift, um sie zu verkörpern. Andernfalls würde schnell auffallen, dass er nur so tut als ob und das wäre dann geschauspielert und nicht authentisch. Dasselbe sehe ich persönlich beim Schreiben.
    Auch meine Geschichten haben offensichtlich nichts mit mir als Person zu tun, aber tief im Kern, wenn man ihn freilegt, definitiv. Gerade darum ist das Schreiben heilsam, gerade darum schaffen es Menschen, durch ihre Kunst andere zum Weinen zu bringen, zum lachen oder dazu, wütend zu werden - weil diese Gefühle nicht aus der Luft kommen, sondern immer aus einem selbst. Andere Verknüpfen und Erfahrungen, ja - ich würde mich wiederholen - aber das Endergebnis führt dahin, wo man landet. Und irgendwoher muss ja auch der Antrieb kommen, ausgerechnet so etwas schreiben zu wollen, sei es die Faszination dafür (auch die kommt irgendwoher) oder ganz bewusst das Verarbeiten von Gefühlen in einem geschützten Raum, wo man sein und tun darf, was in der Realität undenkbar bis unmöglich ist.
    Ich selbst finde es sehr spannend und sehr hilfreich, in meinen Geschichten nachzuforschen, wieso ich so etwas schreibe, warum meine Charaktere so sind, egal, wie viele verschiedene dabei herauskommen - überall darin ist mein Wesen, selbst Züge von mir, die ich so niemals wahrgenommen hätte und nicht auslebe oder ausleben werde. Ist das irgendwie verständlich? xD
    Man kann das halten wie man möchte, aber auch aus therapeutischen Erfahrungen wird mir sehr häufig klar, was alles durch die Geschichten aus mir herauskommt und dass das eine sehr gute und richtige Sache ist. Dasselbe war es beim Schauspielen.

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  • Rainblue

    Der Titel spricht für sich. Ich bin in meinen schriftstellerischen Anfängen über diverse Bücher, Videos und Websites gestolpert, um mich fortzubilden und das Handwerk zu erlernen, einige waren extrem hilfreich, andere nichts anderes als erschreckend demotivierend. Aktuell würde ich gern wieder in den ein oder anderen Ratgeber reinschnuppern, versinke aber ein bisschen im Umfang der Möglichkeiten.
    Beiträge im Internet sind das eine, aber ich habe die Nachschlagewerke lieber schwarz auf weiß und in meinem Bücherregal. Meine Frage ist also, was - wenn es welche gibt - eure Lieblingsschreibratgeber sind und warum?
    Und interessehalber auch, was ihr schon so für Erfahrungen damit gemacht habt?

    Meine beiden bislang ungeschlagenen Favoriten sind “Schriftsteller werden” von Dorothea Brande und “Die neue Wörterwerkstatt” von Sylvia Englert.

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  • Rainblue

    erzählt von gängigem, eher harmlosem Fantasy-Projekt
    "So was Brutales schreibst du?!" (ich frage mich dann nur, wie diese Leute es durchhalten, ihre Krimis zu lesen, von denen sie mir erst kürzlich noch erzählt haben) Geht auch so in die Sparte mit dem, dass man doch eigentlich so nett sei. xD

    “Du schreibst? Wie cool, dann können wir ja irgendwann erzählen, dass eine Beststellerautorin mal bei uns gearbeitet hat!”
    (ich zweifle nicht daran, dass das wirklich nur nett gemeint war, aber manchmal ist der Ton komisch…)

    “Sie wollen Autorin werden? Sie wissen aber schon, dass das kein Zuckerschlecken ist. Da ist nichts mit Ausschlafen und faul rumsitzen.” (Wow, danke, dass du mir DAS gesagt hast, ich dachte immer, als Autor verbringt man den ganzen Tag mit Fernseher und Chipstüte!)

    “Wird das dann auch verfilmt?” (Klar, ich schließe den Filmvertrag gleich im Anschluss an den vom Verlag ab, das weiß doch jedes Kind)

    Ansonsten kann ich mich den Fragen darüber, wo man die Zeit hernehme nur anschließen. /D Die kommen in der Regel immer. Aber es gibt auch eine Gegenseite mit sehr lieben und ehrlich interessierten Fragen, das gleicht dann alles wieder aus.

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  • Rainblue

    Um konkret auf die Frage zu antworten: Jein. Wichtig und unwichtig gleichermaßen. Was vorrangig daran liegt, dass Charaktere ja meistens nicht nach Vorgabe des Autors handeln und sich entwickeln, sondern ihm irgendwann selbst mitteilen, was sie so haben und wie sie so ticken…
    Lustigerweise war die Vorstellung, etwas anderes als heterosexuelle Paare oder Figuren zu schreiben vor ungefähr 4, 5 Jahren für mich noch absolut undenkbar. Dann änderte sich durch neue Erfahrungen etwas und ich fing an, mich dafür zu begeistern und fand, gemeinsam mit den Charakteren in der Story, plötzlich auch heraus, dass ich selbst bisexuell bin.
    Und heute würde sich das aus meinen Geschichten gar nicht mehr herausdenken lassen. Nicht, weil ich es der Welt unter die Nase reiben will, sondern weil ich es einfach schön finde, wie viele Formen Liebe annehmen kann - oder eben auch wie unterschiedlich Leute das empfinden (auch in Bezug auf Asexualität/Aromantik) und ganz besonders, weil jeder Charakter (und jeder Mensch) völlig andere Erfahrungen damit macht. Jeder empfindet seine Sexualität anders und in dem Moment wird es dann auch in einem Roman für mich interessant, ob es nun einen Einfluss auf die Handlung nimmt oder nicht.

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