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Companions of the Tardis

  • Totalschaden

    Prota 1 wusste nie so richtig, was er sein will. Zu den verschiedenen Ideen gehörten z. B.: Arzt, Superheld, Entdecker, Reparierer (wovon auch immer), etwas später Fahrzeugmechaniker, Erzieher, Koch oder Tierpfleger. Aber ehrlich, das alles war nur, weil er nicht so recht auf die Idee kam, dass er Kinder haben und Vollzeitdad sein könnte.

    Prota 2 wollte ein gerechter Pirat UND der beste Detektiv UND der Doctor sein, den Krieg beenden (er wusste auch nicht immer genau, welchen), das System verändern, die ganze Welt sehen, die Bullen ärgern, die Leute zusammenbringen und - am allerwichtigsten - helfen. Nun. Kein Wunder, dass er sich einen eigenen Beruf erfinden musste.

    Prota 3 wollte immer Polizist bei der Mordkommission werden. Nie was anderes, er wusste immer, dass das sein Traumberuf ist. Bis er das dann plötzlich war, ab da war er sich nicht mehr so sicher. Nur lassen kann er es halt auch nicht.

    Prota 4 wollte abwechselnd Journalistin, Lehrerin, Autorin und Polizistin werden. Irgendwie hat sie alles davon mehr oder weniger gemacht. Und alles geliebt. Wie Prota 1 hat sie als Kind nie daran gedacht, Vollzeitmum zu werden, aber auch das gemacht - und geliebt. Solange sie etwas zu tun hat, was sie als sinnvoll und gut betrachtet, ist sie auch mit Leidenschaft dabei, I guess.

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  • Totalschaden

    Prota 1 dürfte ein, zwei solcher Situationen erlebt haben, als er mit Anfang/Mitte Zwanzig seinen Schulabschluss nachgeholt hat. Einfach, weil er ganz andere Schwierigkeiten hatte und “Oh, am Montag ist die mündliche Prüfung” nicht so wichtig war, dass man sich vor Montagmorgen daran erinnern würde. Aber den Abschluss wollte er trotzdem. Und er ist zwar keine Rampensau, aber ein verdammt guter Lügner.
    Also, Vorgehensweise: Sich von der Familie, bei der er wohnt, beim Frühstück alles erzählen lassen, was die wissen, und sie mit Fragen zukleistern. In der Vortragssituation alles sammeln, was er davon noch weiß, und den Rest mit logisch klingendem Bullshit auffüllen. Vielleicht stimmt ja was davon. Aber hey, ne Vier reicht auch zum Bestehen.

    Prota 2 würde sehr unterschiedlich auf verschiedene Arten des “muss” reagieren.
    Wenn ihn jemand nett gebeten hätte, doch spontan einen Vortrag zu halten: "Klar. Muss es zu diesem Thema sein? Okay, ich tu mein Bestes. In einer Stunde? Na gut, ich speedreade noch schnell diese drei Bücher, rufe eine alte Studienkollegin an, die Expertin ist, und sammle ein paar neuere kritische Forschungsergebnisse, die mit dem Thema zu tun haben, um sie in einfach verständliche Schaubilder umzusetzen. Wenn jemand was wissen will, was ich nicht weiß, find ichs raus und schreib ihm später."
    Wenn ihm aber jemand sagt, er müsste das jetzt - zum Beispiel im Studium: “Nein, danke, nicht mein Fachgebiet.” - “Sie werden noch durchfallen.” - “So ein Pech aber auch. Bitte fahren Sie fort.” widmet sich wieder dem Buch, das er gerade liest

    Prota 3 war eine Weile Lehrerin und ist daran gewöhnt, Dinge nicht zu wissen, die andere Leute von ihr wissen möchten. Sie würde sich noch schnell so gut wie möglich vorbereiten und dann sehr offen damit umgehen, dass sie keine Expertin ist. Aber in der Regel hat sie solche Termine gut auf dem Schirm und weiß dann auch genug über das, worüber sie sprechen soll. (Übrigens waren sie und Prota 2 Studienfreunde. Zwar unterschiedliche Fächer, aber sie hatte seine Termine wahrscheinlich mit im Kopf und hat versucht, ihn daran zu erinnern. Bis ihr bewusst wurde, dass er sie nicht vergisst, sondern einfach ignoriert.)

    Prota 4 würde gar nicht erst auftauchen. Und schon mal im Voraus Panik schieben, was ihn erwartet, wenn er damit konfrontiert wird. Aber die Tür aufzumachen in dem Bewusstsein, dass da Leute dahinter sind, vor denen er was sagen soll, und auch noch was, was er nicht mal weiß, ist unmöglich. Also stattdessen mit einem Kumpel irgendwelchen Mist bauen und so tun, als wäre einem dieser Scheiß, den man “muss”, voll egal.

    Prota 5 muss ich hier mal noch erwähnen, weil ich ihn bei der Frage sofort mit einer Szene im Kopf hatte. Er würde ziemlich unbeeindruckt den Saal betreten, wahrscheinlich im besten abgefuckten Regenbogenshirt und mit bisschen zu experimentell gefärbten Haaren. Nicht grüßen, sondern direkt anfangen mit: "Ich hab keine Ahnung von xyz und hatte keine Ahnung, dass ich hier sprechen soll. Aber wo Sie schon mal da sind, möchte ich Ihnen anbieten, Ihnen stattdessen etwas über … [überlegt kurz, insert: Künstlerin XY/Sexualität und Genderidentität/aktuelle politische Streitfrage Y/Body Positivity/Sozialismus/Polizeigewalt/philosophische Richtung X/Polyamorie/…, je nach Laune] zu erzählen. Ist sowieso interessanter. [insert: Spontane passende Erzählung aus eigener Erfahrung, Charisma-Bombenexplosion, wodurch überraschend viele Menschen bleiben, leidenschaftlich-informativer Vortrag und wilde Diskussionsrunde, die weitergeht, nachdem Prota abgehauen ist]

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  • Totalschaden

    Puh, das ist gar nicht so einfach spoilerfrei zu beantworten.

    Ich mag es, an Stellen aufzuhören, an denen für die Hauptfiguren - so sie denn bis dahin überlebt haben - so gar nichts vorbei ist. Meine Hauptfiguren sind immer ein bisschen turbulent und chaotisch, und ihr turbulenter, chaotischer Alltag hört nicht einfach mit dem letzten Kapitel auf. Nur die Geschichte, die ich daraus gerade erzählt habe. Deswegen lasse ich die Charaktere zum Beispiel gerne allein, wenn gerade etwas Neues beginnt - ein neues Lebenswerk, ein neuer Konflikt, eine neue Aufgabe, ein neuer Fall, der gelöst werden muss, sowas. Es geht also mit deren Alltag ziemlich ähnlich weiter wie vor und während der Geschichte, sie müssen für Dinge kämpfen, gewinnen und verlieren und versuchen sich so durchzubeißen und ihr Bestes zu tun, solange sie am Leben sind und die Zeit dazu haben. Nur, dass sie jetzt eben um noch ein paar irre Erfahrungen reicher sind.

    Wahrscheinlich ist nicht umsonst eines meiner Lieblingszitate einer Hauptfigur aus Projekt Netzwerk der ziemlich unscheinbare Satz “Es geht eben weiter.” Und wahrscheinlich habe ich auch nicht umsonst einen Hang zu sehr langen Reihen :sweat_smile: Nicht aufzuschreiben, wie es weitergeht, fällt mir eeeeher schwer.

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  • Totalschaden

    Absurderweise habe ich mir darüber noch nie Gedanken gemacht, glaube ich :joy: Ich mach mal Projekt Hoffnung.

    Prota 1 wäre … mehrere Dinge. Eine Kevlar-Weste, aber eine dieser getarnten, die aussehen wie ganz normale Kapuzenpullis oder so. Vorzugsweise in Kindergröße. Und ein zersplitterter Spiegel, der sich aus irgendwelchen Gründen immer noch in seinem Rahmen hält, statt einfach zusammenzufallen. Und wildes, sich schnell verbreitendes Feuer, zählt Feuer als Gegenstand?

    Für Prota 2 fällt mir etwas unheimlich Konstruiertes ein, haltet durch. Er wäre eine Glasscherbe in einem Eiswürfel in einem starken Drink. Vielleicht einem Glas Rum. Etwas, was sich genießen lässt und dessen Zweck es ist, das Leben angenehmer zu machen, bis es ganz aufgebraucht ist. Aber na ja, ziemlich tödlich, wenn man nicht aufpasst und den falschen Zeitpunkt erwischt und kein Eis mehr da ist.

    Prota 3 wäre eine im Ozean treibende Flaschenpost mit einem Hilferuf. Etwas, was nur existiert, weil es voll von absurdem Optimismus und Hoffnung ist. Und gleichzeitig etwas sehr Einsames, Verlorenes. Vielleicht - nein, wahrscheinlich - kommt nie jemand nahe genug ran, um zu sehen, was wirklich drin ist, und die Botschaft zu kapieren. Und fragil, ein Sturm und ein Felsen und das wars.

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