• Totalschaden

    Die superseriösen Mafiatypen machen gar nicht mal selten Filme- oder Serienabende. Mal einfach auf dem Sofa, mal als Privatvorstellung in einem ihrer Kinos. Immer mit Rum, Chips, massenweise anderen Snacks und einem wilden Gewechsel zwischen “Starren und Träumen”, “Kichern und Kommentieren” und “den Rest verpassen, weil man dringend eine anspruchsvolle Diskussion anfangen und zuende führen muss”. Da sind sie wandelbar.

    Prota 2 ist Doctor-Who-Fan und mag auch sonst vieles, in dem verrückte Außenseiter tolle Abenteuer erleben und es dabei noch schaffen, zu helfen und “gut” zu sein. Und vieles, in dem Menschen sich gegen bestehende gesellschaftliche Erwartungen oder Autoritäten auflehnen, um etwas zum Besseren zu verändern. Und einfach Filme mit besonderer Machart, die anders sind, anders erzählt werden, provokant und verwirrend sind, einem ein bisschen das Hirn verknoten und einen zwingen, mal anders zu denken.
    Prota 1 kennt sich nicht so aus mit Filmen und Serien, der guckt halt mit. Aber er würde gern mehr über die Welt wissen und mehr davon sehen. Und weil die anderen Mafiatypen das wissen, kommt es auch mal vor, dass sie abends einfach rumsitzen und Dokus gucken und dazu ihre eigenen Reiseanekdoten beisteuern oder darüber plaudern, wie das noch mal mit den Schichten der Erdatmosphäre war oder was wohl langfristig zu diesem oder jenem Bürgerkrieg geführt hat.

    Die Protas der Lüge-Reihe hatten tatsächlich auch schon einen gemeinsamen Filmeabend, allerdings einen eher angespannten, weil sie in Gefahr waren und sich von der ersten Nacht unter Polizeischutz ablenken wollten.
    Prota 2 hat halbherzig den Film ausgesucht, irgendwas Leichtes mit Superhelden, weil sich eh niemand so richtig drauf konzentrieren konnte. Normalerweise macht er sowas mit seiner Tochter, Top-Soundsystem, superschlechten Filmen, Steaks, Salat, literweise Cola und noch mehr sarkastischen Kommentaren.
    Prota 1 hat die Wohnung und Snacks gestellt. Ihr Filmeabend wäre normalerweise mit Mann (und manchmal den erwachsenen Kindern), selbstgebackenen ungesunden sowie selbstgeschnippelten gesunden Snacks, heißer Schokolade bzw. Cappuccino und Wein. Oft mit Filmen über Künstler*innen, den verschiedensten Krimis oder auch mal einer Doku über politische/gesellschaftliche Themen.

    Sollte es so einen Abend noch mal in entspannt geben, wird definitiv ein Krimi geschaut, und Prota 1 und 2 wetten, wer den Mord begangen hat. Prota 2 besteht darauf, dass er und sein Mitbewohner die Wohnung (und die Technik vor allem) stellen, und Prota 1 besteht darauf, irgendwas zu Futtern mitzubringen. Steaks und Salat und Cola und eine Tochter gibt es trotzdem, die gehören verdammt noch mal dazu. Und der Mitbewohner versucht definitiv noch was zu backen (sein neues Hobby), weshalb am Ende viel zu viel da ist und alle völlig überfressen rumhängen.

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  • Totalschaden

    Prota 1 würde das (am derzeitigen Punkt der Geschichte) eine lange aufgeschobene Entscheidung abnehmen. Dann würde er feststellen, dass er sich anders entschieden hätte, und endlich wieder anfangen, sich selbst und das Leben wertzuschätzen. Was er (wieder) erleben wollen würde: Freundschaft, reisen, Schnee, lesen, Irina, Orangensaft, Chili, Motorrad und Ende.

    Prota 2 würde seine Schwester sehen wollen. Und er würde sie nie wieder loswerden, und das wäre ok so. Sonst würde er weitermachen wie gehabt, nur ein bisschen glücklicher. Dass er bald stirbt, wäre traurigerweise eine sehr, sehr gute Nachricht für ihn.

    Prota 3 würde sich eine Flasche Wein und eine Schachtel Zigaretten kaufen, sich wieder einen Bus zulegen, Matratze und Campingkocher reinwerfen, Mann reinwerfen und losfahren. Um ihre Kinder zu besuchen und noch mehr von der Welt zu sehen, noch mehr zu tun, was sie noch nie getan hat. Erfahren, genießen, sich überraschen lassen, alles aufsaugen und mitnehmen, was geht.

    Prota 4 würde Zeit mit seiner Tochter verbringen wollen, alles andere ist eigentlich egal. (Das ist bei ihm die Antwort auf ziemlich viele Fragen, aber well.) Obwohl. Vielleicht würde er sich auch endlich mal dazu überwinden, seine alten echten Freundschaften wieder aufleben zu lassen. Das wäre zumindest das, was er gerne tun würde. Es könnte aber auch sein, dass er das einfach nicht schafft und sich noch weiter zurückzieht, wenn Prota 3 und seine Tochter ihn nicht ein bisschen zu seinem Glück zwingen.

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  • Totalschaden

    @finley Sowas Ähnliches ist mir tatsächlich mit meiner Bachelorarbeit passiert. Mein Füllwort für alles, was ich noch nacharbeiten muss, ist Kartoffelbrei. Und laut meiner unglaublich wissenschaftlichen Untersuchung “erreicht Kartoffelbrei auch internetaffine Zielgruppen”.

    Well, natürlich hab ich den Fehler gefunden, fünf Minuten nachdem ich die Arbeit abgegeben hatte. :joy:

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  • Totalschaden

    Anta 1 hat eine Menge Charakterschwächen, ist halt ein echtes Arschloch. Er schert sich einen Dreck um andere Menschen und gibt vor, es sehr wohl zu tun, lügt sie an, nutzt ihr Vertrauen aus und will für sich selbst immer mehr. Noch dazu ist er ziemlich feige, selbstgefällig und dabei sehr leicht in seinem Stolz zu kränken. Und seeehr nachtragend.
    Es ist schwieriger, ihn zu überleben, als ihn zu besiegen. Es kann nämlich gut sein, dass er längst deinen Tee vergiftet oder ein paar Mörder auf dich angesetzt hat, während du noch gar keine Ahnung hast, dass zwischen euch ein Konflikt eintreten könnte. Noch dazu ist er relativ vorsichtig und hat eigentlich für jede Situation einen Ausweg für sich vorbereitet. Aber wenn man denn seine Spielchen durchschaut, lebend und unbemerkt an ihn rankommt und noch dazu bereit ist, ihm ordentlich eins in die Fresse zu zimmern … tja, dann ist er schon so gut wie besiegt. Er ist nun mal physisch echt keine Kämpfernatur.

    Anta 2 kann man charakterlich wohl am allermeisten zur Last legen, dass er sich voll und ganz darüber im Klaren ist, wie grausam und moralisch falsch sein Verhalten ist - sein Gewissen sagt ihm das schon -, und es trotzdem nicht ändert.
    Seine Schwachstellen sind eher psychischer Natur. Zum Beispiel ist er ein sehr soziales Wesen, liebt spannende Gesellschaft und erträgt es nicht gut, lange allein zu sein. Was unpraktisch ist, wenn man sich isolieren und verstecken sollte, um nicht geschnappt zu werden. Er ist außerdem ein extremer Genussmensch, ungesund neugierig und ungesund entschlossen. Wenn man ihm zum Beispiel unverhofft die Gelegenheit gibt, bei einem Glas Wein eine großartige Unterhaltung zu führen oder auf riskante Art ein Ziel zu erreichen, das sonst unerreichbar ist, kann ihn das zu ziemlich unvorsichtigem Verhalten treiben. Aber nun. Genau durch diese Risikobereitschaft und Entschlossenheit kann es sein, dass man glaubt, man hätte ihn längst besiegt - und durch irgendeinen riskant improvisierten Trick wendet er das Blatt und gewinnt doch noch.

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