• Andrea Weil

    Mein langjähriges Herzensprojekt “Menschenwolf” ist im Dezember 2019 zwanzig Jahre, nachdem ich die Erstfassung begonnen hatte, endlich veröffentlicht worden. Es war eine Geschichte, die mich einfach nie losgelassen hat, zu der ich immer wieder zurückgekehrt bin und an der ich überhaupt das Romanschreiben gelernt habe, so kommt es mir vor. Obwohl ich sonst meinen Figuren sehr verbunden bin, war mir in diesem Fall das Setting und die Botschaft wichtiger, weil ich eine realistische Werwolf Geschichte mit realen Wölfen schreiben wollte und mit vielen Klischees und Missverständnissen in Bezug auf die Tiere aufräumen, während ich parallel immer mehr über sie lernte ( und heute sogar als Umweltpädagogin gelegentlich Vorträge in Schulen halte). Die beiden Figuren haben sich tatsächlich erst in späteren Fassungen richtig entwickelt. Eine Zeitlang hat mich eine richtige Hassliebe mit diesem Manuskript verbunden, weil ich das Gefühl hatte, es bündelt meine sämtliche Kreativität und lässt nicht zu, dass ich etwas anderes tue. Als ich schließlich die dritte große Fassung beendet hatte, die die erste war, die ich für veröffentlichungsreif hielt, war es, als hätte jemand die Schleusen in meinem Kopf geöffnet und ich konnte endlich andere Ideen entwickeln für andere Geschichten. Als Fantasy mit eindeutig zu wenig Fantasy habe ich Menschenwolf für unvermittelbar gehalten, aber es war immerhin das Manuskript, das meine Agentin davon überzeugt hat, mich zu vertreten. Sie hat nie aufgegeben und 4 Jahre gebraucht, um es an einen Verlag loszuwerden. Ich bin sehr glücklich darüber.

    Mein aktuelles Herzensprojekt hat mehr mit den Figuren zu tun. Die gehen zurück auf einen noch älteres Manuskript aus meiner Jugend, das vollkommen Kraut und Rüben ist, aber drei Charaktere haben trotzdem still und heimlich einen Platz in meinem Herzen behalten. Viele Jahre später habe ich sogar ihre Spezies geändert und die Zeit, in der sie sich befinden, und seither arbeite ich immer dann, wenn ich keine andere Deadline habe, an dieser Trilogie. Ich liebe die Dynamik und die Entwicklung der Beziehungen zwischen diesen Figuren. Warum es mich so tief anspricht, kann ich wahrscheinlich erst später mit Abstand analysieren. Aber deutlich ist auf jeden Fall, dass mir immer Dinge aus meiner Kindheit nachhängen.

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  • Timothea Rubin

    Ich mag meine Charaktere und meine Geschichten eigentlich alle sehr gerne und ich finde alle toll.

    Aber es gibt dieses eine Projekt, wo die Idee nicht neu ist (ganz und gar nicht), aber ich hatte immer Angst davor, sie zu schreiben. Bis ich Anfang 2020 festgestellt habe, dass ich keine Angst mehr vor der Geschichte haben muss, weil es mittlerweile meine ist. Und dann schrieb sie sich auf einmal ganz leicht. Momentan pausiert es, weil ich noch über Dinge nachdenken muss, Entwicklungen abwarten möchte, aber… ja. Da sind die Charaktere auch ganz schlimm direkt aus meinem Kopf aufs Papier gefallen und der männliche Protagonist wirklich seltsam, aber leider würde ich all das Zeug, das er der Protagonistin erzählt, auch Leuten erzählen. ^^

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