Signatur
The woods are lovely, dark and deep,
But I have promises to keep,
And miles to go before I sleep,
And miles to go before I sleep.
Robert Frost
Gruppen
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OriGami
Verfasst in Schreibmonat November 2024 • weiterlesenNiemand wendet sich an Lehrer, wenn er keine Antwort erhalten möchte, die “Hausaufgaben” beinhaltet. Deshalb fragt die Vertrauensschüler, die euch mit Rat und Tat zur Seite stehen werden, wenn ihr etwas wissen wollt, oder es Probleme gibt.
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OriGami
Verfasst in Schreibmonat November 2024 • weiterlesenDer Speisesaal ist in dem altertümlichen Teil der Schule untergebracht. Dicke Steinmauern schließen ihn ein und gleich vier Kamine nebeneinander sorgen für eine wohlige Temperatur. Runde Tische in einer wilden Ansammlung stehen hier und bieten jedem Schüler einen Platz zum Essen. Die älteren Jahrgänge behaupten felsenfest, dass die runden Tische im Notfall als Schutzkreis fungieren können und motivieren die Jüngeren, auf einen der Tische zu klettern und es zu auszuprobieren. Hier kann man sich hinsetzen, wo man will. Einzig der Tisch direkt am Büfett ist dem Lehrpersonal vorbehalten! Das Büfett beherbergt eine Fülle an Leckereien, die von unsichtbarer Hand stets aufgefüllt werden.
Egal ob morgens, mittags, abends oder sogar nachts, hier gibt es immer etwas zu essen! Ebenso wimmelt es hier ständig vor Gesprächen. Die Tische sorgen dafür, dass man sich selbst, wenn der Saal voll ist, unter sich fühlt. Hier gibt es kein Thema, das nicht besprochen, kein Gerücht, das nicht erwähnt, und keine Neuigkeit, die nicht verbreitet wird. Setzt euch, nimmt euch etwas zu essen und erzählt endlich, was es Neues gibt!
(Hinweis der Lehrerschaft: Das Benutzen mystischer Fähigkeiten und das Zeichnen von Pentagrammen ist während der Öffnungszeiten strengstens verboten!) -
OriGami
Verfasst in Schreibmonat November 2024 • weiterlesenDer erste Angriff
Es ist schon dunkel, als der schrille Schrei kurz, aber intensiv zu uns kommt. Wir wissen nicht, was oder wer es war, aber dass etwas passiert sein musste. Wir eilen die Stufen des Turms hinab und rennen in Richtung der Ostseite des Schulgeländes. Es ist viel zu dunkel, um etwas sehen zu können, weshalb wir langsamer werden. Noch ist es warm draußen und trotzdem nistet in uns eine Kälte, die uns eine Gänsehaut beschert. Selbst die magischen Außenlichter haben versagt, als würden sie nicht sehen wollen, was hier geschehen ist. War dort eben etwas? Unsicher drehen wir uns um uns selbst, versuchen, den dichten schwarzen Schleier mit unseren Blicken zu durchdringen. Vielleicht war es doch keine gute Idee, alleine hier hinunter zu kommen. Wir stolpern rückwärts durch die Dunkelheit. Unsere Füße fühlen sich schwer an, klebrig und jeder Schritt kostet uns Überwindung. Ein metallischer Geruch haftet in der Luft und legt sich als übelkeitserregender Pelz auf unsere Zunge. Wir hecheln, würgen und… mit einem Mal stößt unser Fuß gegen etwas Weiches auf dem Boden und wir bleiben angewurzelt stehen. Einige Sekunden stehen wir so, bis wir uns daran erinnern, dass wir in der Lage sind, Licht zu machen. Es mag ein kleiner Trick sein, aber wir benötigen mehrere Versuche, bis wir endlich eine kleine Kugel aus Licht erschaffen haben, die über unserer Handfläche schwebt. Oh, hätten wir uns doch lieber nicht an diesen Kniff erinnert! Nun offenbart sich die schaurige Szene und wir weichen japsend zurück. Vor uns liegt eine Gestalt auf dem Boden, welche die dunkle Uniform der Mystiker trägt. Das Gesicht können wir nicht sehen, dafür aber die Fußabdrücke, unsere Abdrücke, die wir in dem blutdurchtränkten Rasen hinterlassen haben. Immer weiter weichen wir zurück, gleichzeitig hören wir die Stimmen anderer Personen. Unser Licht lockt sie zu uns und ehe wir uns versehen, knien zwei Lehrer neben der verletzten Gestalt. Die blauen Funken eines Heilzaubers tanzen über den regungslosen Körper. Viele Funken sind es nicht…
„Was ist passiert?“, will ein anderer Lehrer von uns wissen, aber wir schütteln nur den Kopf. Der Verletzte wird abtransportiert und die Lehrer scheuchen auch uns zurück in den Turm. Wir folgen ihren Anweisungen, aber als wir wieder im Schlafsaal sind, sehen wir die roten Abdrücke, die wir hinterlassen.An Schlaf ist nicht zu denken und es ist nicht verwunderlich, dass es am nächsten Morgen nur ein Thema gibt.
„Habt ihr die Krallenspuren gesehen?“, flüstert eine Schülerin am Frühstückstisch. Sie formt ihre Hand zu einer Klaue und tut so, als würde sie damit nach ihrem Sitznachbarn schlagen. „Fünf Furchen in der Steinwand! Was kann das nur gewesen sein?“
„Es war auf jeden Fall zu viel für einen Mystiker…“, brummt ein anderer am Tisch.
„Was sagen die Lehrer?“
„Nichts… Die Untersuchungen laufen… Konkretes gibt es noch nicht… Wir sollen uns keine Sorgen oder Gedanken darüber machen und uns lieber auf den Unterricht konzentrieren!“
Aber wie können wir uns auf den Unterricht konzentrieren, wenn so etwas geschieht? Viel wissen wir nicht, aber das eisige Gefühl in unseren Knochen ist noch immer da.
Irgendjemand, irgendetwas hat einen ausgebildeten Mystiker angegriffen und schwer verletzt… Was im Namen aller Übersinnlichkeiten kann das gewesen sein? Und was würde es nur mit Schülern wie uns anstellen, sollten wir ihm je begegnen?