• Jens

    Mein Lesejahr lief im Hinblick auf die Challenge die ersten 5 Monate richtig gut. Insgesamt habe ich Stand jetzt 23 Bücher durch, der SuB (incl. SaB) wurde von ursprünglich 135 im Juli 2020 auf 87 jetzt heruntergelesen, der SaB von 39 auf 13 reduziert.

    Dann kam, wie es zu erwarten war, der Zeitpunkt, an dem die Kontaktbeschränkungen gelockert und die Biergärten eröffnet wurden. Sukzessive füllt sich das Rahmenprogramm im Freien und nach den schrecklichen Pandemie-Monaten zieht es mich zu sozialen Veranstaltungen. Gleichzeitig bin ich an einem Punkt gelandet, an dem auf dem SuB jede Menge schwerer Kost liegt, die viel Zeit in Anspruch nimmt.

    So habe ich etwa für die Lektüre des berühmten Nachtzugs nach Lissabon von Pascal Mercier fast vier Wochen gebraucht, um diesen Text im dritten Versuch endlich fertig zu lesen. Meine Empfehlung: Spart euch die Lektüre und lest stattdessen Der Schatten des Windes von Carlos Ruiz Zafón. Da stecke ich momentan im vierten Teil der Reihe namens Das Labyrinth des Lichts, ein 1000-Seiten-Wälzer.

    Eine rühmliche Ausnahme von den Schinken bildete Fräulein Schläpples fabelhafte Steuererklärung von Catrin Barnsteiner, eine perfekte Romantic Comedy mit ironischem Unterton. Den kann ich als Strandlektüre jederM hier empfehlen.

    Meine Lese-Challenge habe ich jedenfalls angepasst, statt 60 Bücher nehme ich mir nur noch 50 vor und auch dieses Ziel ist nicht in Stein gemeißelt. Schlussendlich werde ich froh sein, am Ende des Jahres 40 Stück geschafft zu haben, was jedoch auch eine Menge Holz ist, im Wortsinne.

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  • Jens

    Eine kleine Bilanz meiner SuB- und SaB-Abbau-Aktion seit Juli 2020:
    Von 135 un- und angelesenen Büchern sind 90 übrig. Ein Drittel habe ich durch.
    Von 39 angelesenen sind noch 13 übrig. Zwei Drittel durch.

    The Regulators von Richard Bachman hat mich positiv überrascht. Ein vollkommen surrealer Thriller, der komplett durchgeknallt ist und gerade deswegen einen ganz eigenen Erlebniswert hat. Warum der Meister Stephen King ihn unter Pseudonym schrieb, erfahren wir erst zum Schluss: Da zitiert er sich nämlich selber.

    Gut gegen Nordwind von Daniel Glattauer ist meine Empfehlung des Monats, ein Briefroman, der mit Erwartungen spielt und den man in einem Rutsch durchlesen kann.

    Ich freue mich auf den kommenden Sommer und Jahreszeit-kompatible Lektüre.

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  • Jens

    Aktuell lese ich Das NonPlusUltra der Schlagfertigkeit von Matthias Pöhm. Ist ganz interessant und nett zu lesen, verstrickt sich aber oft in Oberflächlichkeiten und einer stereotypenhaften Sprache, die man so heutzutage nicht mehr lesen möchte.

    Im vergangenen Monat habe ich noch vier weitere Bücher gelesen.
    Berlin - Moskau von Wolfgang Büscher erzählt die Wanderung des Autors durch Brandenburg, Polen, Weißrussland und Russland zehn Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs. Klingt interessant, ist aber anstrengender zu lesen als gedacht, weil einen diese endlose Reise irgendwie mit schlaucht.

    Lieblosigkeit macht krank von Gerald Hüther ist eine Aneinanderreihung von Platitüden. Bitte lest dieses Werk nicht, es liefert keinen Informationswert. Zum Glück bekam ich diesen Text über das Spotify-Abo kostenlos.

    Der Therapeut von Matthias Ernst ist ein Thriller mit originellem Plot, der vor allem für Leute interessant ist, die sich für Psychotherapie interessieren. Die Handlung ist recht flott, leider zieht sich das Finale ein bisschen.

    Ganz besonders empfehlen möchte ich mein Highlight des Monats: Im Frühling sterben von Ralf Rothmann. Der Autor, der bereits viele gute Romane geschrieben hat, erzählt sehr detailgenau vom Irrsinn des Zweiten Weltkrieges und wie man damals mit Menschen umgegangen ist. Die zentralen Figuren des Romans sind gerade 17-jährige Jungs, die trickreich geworben, dann “geschleift” und schließlich verschlissen, also ermordet bzw. psychisch zerstört, werden in einer sinnlosen Hölle auf Erden. Vielleicht sollte dieser Roman Pflicht-Schullektüre werden.

    Welche Romane ich im nächsten Monat dran nehme, weiß ich noch nicht, aber es liegen noch einige auf dem Stapel :blush:

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  • Jens

    @anyasunita Misery ist ein guter Roman. Ein bisschen beklemmend. Horror halt.

    @Lou Stephen Kings Stil ist besonders. Er verwendet (im Original) eine extrem abwechslungsreiche und wortreiche Sprache, geizt nicht mit Details, zieht dich gleich rein. Auf der anderen Seite verwendet er enorm viele Reminiszenzen aus der Popkultur und der Umgangssprache wie z.B. Fäkalausdrücke, Flüche und zum Teil Slangwörter, an denen Wörterbücher scheitern. Das alles macht seine Bücher enorm realistisch, was insofern verstörend ist, als dass die Begebenheiten in den Romanen sehr gruselig sind.

    Lest einfach mal was von ihm ;-)

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  • Jens

    @hollarius Different Seasons ist ja auch so atmosphärisch. Und The Stand ebenfalls, nur in einer Umgebung, die es so hoffentlich nie geben wird, auch wenn wir seit einem Jahr einen kleinen Vorgeschmack bekommen…

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  • Jens

    @hollarius Ich habe jetzt Joyland zu 4/5 fertig und Tränen in den Augen. Der Roman hat alles, was ich mir von einem guten Schmöker erwarte. Er zieht mich in sein Setting, eine längst vergangene Zeit, hat einen spannenden Kriminalfall, große Gefühle, originelle Figuren und Begebenheiten zu bieten. Und diese Sprache! Einfach klasse. Und Joyland ist eigentlich nur ein kleiner Stephen-King-Roman für zwischendurch, Teil einer übergeordneten Reihe von Nostalgie-Krimis verschiedener Autoren …

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  • Jens

    @honigsenf Ich finde es witzig. Ich mag genau die Bücher Kings, die du nicht leiden kannst. Dafür mag ich The Stand und The Dark Tower nicht. Kann es sein, dass du ein Fantasy-Typ bist und ich ein Horror-Liebhaber? Einigen können wir uns immerhin auf Salem’s Lot und 22.11.63.

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  • Jens

    @marinaknorky Nicht lange fackeln, machen. Es lohnt sich. :slight_smile:

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  • Jens

    @frau-maus On Writing von Stephen King ist ein genialer Schreibratgeber und eine geniale Autobiographie. Ich nehme mir vor, ihn bald wieder zu lesen.

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  • Jens

    Ich hatte ja versprochen, euch zu berichten, wie mir die für März geplanten Bücher gefallen haben.

    Der Nobelpreis von Andreas Eschbach war, anders als gedacht, ein runder, nahezu perfekter Thriller, der alle Anforderungen erfüllte, die ich an einen Thriller stelle und mich zudem auch noch wie jeder Roman des Autors weitergebildet hat. Die Figuren waren diesmal richtig gut komponiert, ambivalent. So muss es sein.

    Vernonika beschließt zu sterben von Paulo Coelho war hingegen grausamste Befindlichkeitsliteratur. Ein verzweifelter Versuch, Hermann Hesse zu kopieren, von einem Menschen, der kaum Empathie zu besitzen scheint und wenig über psychische Erkrankungen weiß. Finger weg.

    Zudem habe ich Warum Liebe wehtut von Eva Illouz endlich zu Ende gelesen. Der Text liefert einige neue Erkenntnisse, die man sich meist schon gedacht hat, aber nicht in Worte fassen konnte. Weil es ein soziologischer Fachtext ist, ist er enorm schwer lesbar, da es viele komplizierte Substantive gibt. Mein Soziologie-Studium ist nun auch schon eine Weile her, sodass mich das anstrengt.

    Derzeit lese ich Joyland von Stephen King weiter, auf Englisch. Kings erster Beruf, mit dem er nach seinem Studium Geld verdient hat, war Englisch-Lehrer. Für Fremdsprachler, die ihn auf Englisch lesen, ist er es noch. Bei Beschreibungen muss ich fast jedes zweite Wort nachschlagen und sehr häufig findet auch das Wörterbuch keine passende Übersetzung für Kings poetische Prosa.

    Auf Deutsch lese ich Schnelles Denken, langsames Denken von Daniel Kahneman weiter. Viele der Studien, die er bringt, kenne ich aus meinem Studium der Sozialpsychologie als Nebenfach. Ungewohnt ist, das alles auf Deutsch zu lesen. Ich wundere mich manchmal, was da für Übersetzungen gewählt wurden. Schön finde ich, dass er den Professor, bei dem ich das alles damals gelernt habe, zitiert. So soll Wissenschaft sein. A propos Wissenschaft:

    Ich habe einen Weg gefunden, wie ich an aktuelle Literatur rankomme, ohne mein Buchkaufverbot infrage zu stellen: Ich höre nun auf meinen zahlreichen Spaziergängen und Wanderungen, zumindest jenen, die ich alleine durchführe, Hörbücher, die ich als Spotify-Premium-Kunde kostenlos zur Verfügung gestellt bekomme. Derzeit ist das Die kleinste gemeinsame Wirklichkeit von Mai Thi Nguyen-Kim. Ein Meisterwerk der Klugscheißerliteratur, wie mein Bruder es nennen würde.

    Die Hörbücher zahlen auf mein Konto bei der Goodreads-Challenge 2021 ein (bislang 9/60), aber nicht auf die noch zu lesenden Bücher auf dem SuB/SaB. Da sind es jetzt noch 98 von ehemals 135.

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