• Jens

    Aktuell lese ich Das NonPlusUltra der Schlagfertigkeit von Matthias Pöhm. Ist ganz interessant und nett zu lesen, verstrickt sich aber oft in Oberflächlichkeiten und einer stereotypenhaften Sprache, die man so heutzutage nicht mehr lesen möchte.

    Im vergangenen Monat habe ich noch vier weitere Bücher gelesen.
    Berlin - Moskau von Wolfgang Büscher erzählt die Wanderung des Autors durch Brandenburg, Polen, Weißrussland und Russland zehn Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs. Klingt interessant, ist aber anstrengender zu lesen als gedacht, weil einen diese endlose Reise irgendwie mit schlaucht.

    Lieblosigkeit macht krank von Gerald Hüther ist eine Aneinanderreihung von Platitüden. Bitte lest dieses Werk nicht, es liefert keinen Informationswert. Zum Glück bekam ich diesen Text über das Spotify-Abo kostenlos.

    Der Therapeut von Matthias Ernst ist ein Thriller mit originellem Plot, der vor allem für Leute interessant ist, die sich für Psychotherapie interessieren. Die Handlung ist recht flott, leider zieht sich das Finale ein bisschen.

    Ganz besonders empfehlen möchte ich mein Highlight des Monats: Im Frühling sterben von Ralf Rothmann. Der Autor, der bereits viele gute Romane geschrieben hat, erzählt sehr detailgenau vom Irrsinn des Zweiten Weltkrieges und wie man damals mit Menschen umgegangen ist. Die zentralen Figuren des Romans sind gerade 17-jährige Jungs, die trickreich geworben, dann “geschleift” und schließlich verschlissen, also ermordet bzw. psychisch zerstört, werden in einer sinnlosen Hölle auf Erden. Vielleicht sollte dieser Roman Pflicht-Schullektüre werden.

    Welche Romane ich im nächsten Monat dran nehme, weiß ich noch nicht, aber es liegen noch einige auf dem Stapel :blush:

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  • Jens

    @anyasunita Misery ist ein guter Roman. Ein bisschen beklemmend. Horror halt.

    @Lou Stephen Kings Stil ist besonders. Er verwendet (im Original) eine extrem abwechslungsreiche und wortreiche Sprache, geizt nicht mit Details, zieht dich gleich rein. Auf der anderen Seite verwendet er enorm viele Reminiszenzen aus der Popkultur und der Umgangssprache wie z.B. Fäkalausdrücke, Flüche und zum Teil Slangwörter, an denen Wörterbücher scheitern. Das alles macht seine Bücher enorm realistisch, was insofern verstörend ist, als dass die Begebenheiten in den Romanen sehr gruselig sind.

    Lest einfach mal was von ihm ;-)

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  • Jens

    @hollarius Different Seasons ist ja auch so atmosphärisch. Und The Stand ebenfalls, nur in einer Umgebung, die es so hoffentlich nie geben wird, auch wenn wir seit einem Jahr einen kleinen Vorgeschmack bekommen…

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  • Jens

    @hollarius Ich habe jetzt Joyland zu 4/5 fertig und Tränen in den Augen. Der Roman hat alles, was ich mir von einem guten Schmöker erwarte. Er zieht mich in sein Setting, eine längst vergangene Zeit, hat einen spannenden Kriminalfall, große Gefühle, originelle Figuren und Begebenheiten zu bieten. Und diese Sprache! Einfach klasse. Und Joyland ist eigentlich nur ein kleiner Stephen-King-Roman für zwischendurch, Teil einer übergeordneten Reihe von Nostalgie-Krimis verschiedener Autoren …

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  • Jens

    @honigsenf Ich finde es witzig. Ich mag genau die Bücher Kings, die du nicht leiden kannst. Dafür mag ich The Stand und The Dark Tower nicht. Kann es sein, dass du ein Fantasy-Typ bist und ich ein Horror-Liebhaber? Einigen können wir uns immerhin auf Salem’s Lot und 22.11.63.

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  • Jens

    @marinaknorky Nicht lange fackeln, machen. Es lohnt sich. :slight_smile:

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  • Jens

    @frau-maus On Writing von Stephen King ist ein genialer Schreibratgeber und eine geniale Autobiographie. Ich nehme mir vor, ihn bald wieder zu lesen.

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  • Jens

    Ich hatte ja versprochen, euch zu berichten, wie mir die für März geplanten Bücher gefallen haben.

    Der Nobelpreis von Andreas Eschbach war, anders als gedacht, ein runder, nahezu perfekter Thriller, der alle Anforderungen erfüllte, die ich an einen Thriller stelle und mich zudem auch noch wie jeder Roman des Autors weitergebildet hat. Die Figuren waren diesmal richtig gut komponiert, ambivalent. So muss es sein.

    Vernonika beschließt zu sterben von Paulo Coelho war hingegen grausamste Befindlichkeitsliteratur. Ein verzweifelter Versuch, Hermann Hesse zu kopieren, von einem Menschen, der kaum Empathie zu besitzen scheint und wenig über psychische Erkrankungen weiß. Finger weg.

    Zudem habe ich Warum Liebe wehtut von Eva Illouz endlich zu Ende gelesen. Der Text liefert einige neue Erkenntnisse, die man sich meist schon gedacht hat, aber nicht in Worte fassen konnte. Weil es ein soziologischer Fachtext ist, ist er enorm schwer lesbar, da es viele komplizierte Substantive gibt. Mein Soziologie-Studium ist nun auch schon eine Weile her, sodass mich das anstrengt.

    Derzeit lese ich Joyland von Stephen King weiter, auf Englisch. Kings erster Beruf, mit dem er nach seinem Studium Geld verdient hat, war Englisch-Lehrer. Für Fremdsprachler, die ihn auf Englisch lesen, ist er es noch. Bei Beschreibungen muss ich fast jedes zweite Wort nachschlagen und sehr häufig findet auch das Wörterbuch keine passende Übersetzung für Kings poetische Prosa.

    Auf Deutsch lese ich Schnelles Denken, langsames Denken von Daniel Kahneman weiter. Viele der Studien, die er bringt, kenne ich aus meinem Studium der Sozialpsychologie als Nebenfach. Ungewohnt ist, das alles auf Deutsch zu lesen. Ich wundere mich manchmal, was da für Übersetzungen gewählt wurden. Schön finde ich, dass er den Professor, bei dem ich das alles damals gelernt habe, zitiert. So soll Wissenschaft sein. A propos Wissenschaft:

    Ich habe einen Weg gefunden, wie ich an aktuelle Literatur rankomme, ohne mein Buchkaufverbot infrage zu stellen: Ich höre nun auf meinen zahlreichen Spaziergängen und Wanderungen, zumindest jenen, die ich alleine durchführe, Hörbücher, die ich als Spotify-Premium-Kunde kostenlos zur Verfügung gestellt bekomme. Derzeit ist das Die kleinste gemeinsame Wirklichkeit von Mai Thi Nguyen-Kim. Ein Meisterwerk der Klugscheißerliteratur, wie mein Bruder es nennen würde.

    Die Hörbücher zahlen auf mein Konto bei der Goodreads-Challenge 2021 ein (bislang 9/60), aber nicht auf die noch zu lesenden Bücher auf dem SuB/SaB. Da sind es jetzt noch 98 von ehemals 135.

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  • Jens

    @marinaknorky Du kannst dir ja eine bestimmte Zahl vornehmen, etwa für den Anfang fünf Bücher in dem Quartal, die weg müssen oder so.
    Dass du an den Rabattbüchern hängst, verstehe ich. Was die Mängelexemplare betrifft: Es gibt schon einen Grund, warum äußerlich total unbeschädigte Ware so einen Stempel kriegt. Der Grund ist zwischen den Deckeln zu suchen XD Der Andreas Eschbach ist auch so ein Mängelexemplar, gefunden auf einem Flohmarkt in Düsseldorf 2014. Zu schade zum Wegwerfen, fand ich, also wird er gelesen.
    Ich hatte früher die Regel, ich darf mir immer ein neues kaufen, weil ich eines ausgelesen hatte. Dann war man auf einer Buchmesse - und zack! Oh, ein spannender Buchladen - zack! Ein Flohmarkt - Moment, ich bin nur kurz weg…

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  • Jens

    @marinaknorky Die sind aber in deinem Unterbewusstsein präsent! Weg damit. Kennst du Marie Kondo? Lies mal, was sie zu sagen hat. Ich denke, dieses eine Buch zusätzlich macht nun auch keinen Unterschied mehr.
    Was du vom Rabatt berichtest, ist so ähnlich, wie die ganzen Sonderangebote von irgendwelchen unbekannten Selfpublishern, die ich auf dem Kindle habe und irgendwann zum Zwecke der “Marktbeobachtung” heruntergeladen habe oder die Klassiker, die man kostenlos downloaden kann. Die zählt man am besten gar nicht mit.

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