• Noely

    @marinacgn ich meinte nicht das Gefallen, sondern das Sich-Repräsentiert-Fühlen. Den Anspruch, etwas zu schreiben, das jedem GEFÄLLT, habe ich nicht, aber das war doch hier auch nicht das Thema.

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  • Noely

    Ich verfolge diesen Thread jetzt schon länger und finde die Diskussion hochinteressant, weil sie ja immer wieder auftaucht.

    Bei alldem habe ich allerdings eine Frage, die wahrscheinlich total blöd klingt. Und dafür bitte ich um Entschuldigung.
    Also: Repräsentation ist wichtig. Das verstehe ich und mit den hier genannten Argumenten, dass Kunst und Medien kein Vakuum darstellen, gehe ich mit.
    Gleichzeitig gibt es die Forderung nach mehr Own Voices. Auch da gehe ich mit.
    Allerdings stelle ich mir dann manchmal die Frage, ob ich als z. B. nicht queere Autorin einem queeren Charakter dann überhaupt gerecht werden kann. Es gäbe natürlich die Möglichkeit, Sensivity Reader mit einzubeziehen, aber wenn ich jetzt beispielsweise einem/einer queeren Testleserin den Text geben würde, dieser merkt Dinge an und ich überarbeite ihn - es könnte ja immer noch sein, dass hundert andere queere Leser immer noch finden, dass der Charakter sie nicht oder falsch repräsentiert. Queere Menschen sind ja nun auch keine monolithische Masse, bei der man die Ansichten einer Einzelnen auf alle übertragen kann.
    Was und wie viel kann man als Nichtbetroffener von manchen Dingen also tun?

    Oder um noch mal mein Beispiel mit dem Geisha-Projekt von letztem Monat aufzugreifen: Ich habe auch schon öfters Diskussionen gelesen, die mehr Diversität in der Fantasy fordern. Also beispielsweise weniger “pseudo-europäisches Mittelalter”, was ja in dem Genre recht häufig vorkommt.
    Auch hier wieder die Frage: Inwiefern ist es dann gerechtfertigt, sich andere Kulturen als Inspiration zu nehmen? Mit dem europäischen Mittelalter tun es ja auch alle, und da werden ja häufig auch nur einzelne Aspekte übernommen, der Rest wird so gestaltet, wie es für die Story passt. Hier stoßen wir bei kolonialisierten oder unterdrückten Kulturen (auf den Aspekt hat mich @NelaNequin in der Cultural-Appropriation-Diskussion gestoßen, danke dafür!) dann schnell auf die Problematik der Aneignung.

    Hier wäre natürlich der erste logische Schritt, mehr Stimmen aus anderen Kulturkreisen zu fördern, die eben solche Welten erschaffen. Das finde ich auch wichtig und will versuchen, mehr in diese Richtung zu lesen.
    Nur was bedeutet das dann für mich als weiße, europäische Autorin? Kann ich etwas als Inspiration nehmen, was nicht ursprünglich aus meiner Kultur kommt?
    Auch hier wieder die Frage: Wenn sich hundert Leute in einem Text repräsentiert fühlen, können hundert andere das ganz anders sehen. Und wenn diese hundert Leute das sagen, sind ihre Worte nicht weniger gerechtfertigt. Wenn man dieses Argument zuende denkt, gibt es ja keinen einzigen Text, in dem sich jeder korrekt repräsentiert fühlt. Weil ja nun auch Mitglieder marginalisierter Gruppen ihr Leben unterschiedlich leben und unterschiedlich sozialisiert werden, weil es Intersektionalität gibt etc.
    Das soll jetzt nicht heißen, dass Rassismus, Ableismus etc. nur Dinge sind, die bestimmte Leute eben “fühlen” und andere nicht. Ich hoffe, es kommt nicht so rüber, als würde ich das denken. Es sind natürlich reale Probleme.

    Als “Verbot” betrachte ich die ganzen Diskussionen zu diesem Thema nicht, sondern als Anregungen, aber ich muss halt zugeben, dass diese Anregungen mich halt auch ziemlich verunsichern.

    Und sorry, dass einiges plötzlich kursiv ist. Ich hatte nicht daran gedacht, dass das Forum die Fenstersternchen ja als Kursiv-Sternchen sieht :D

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  • Noely

    @Lia cool, dass dir die Städtereise so viel Spaß gemacht hat! Wie ist Budapest denn so?

    Ich sitze gerade in der Bahn und habe gerade ein bisschen weiter geplottet. Gestern habe ich das in der Bahn auch schon gemacht. Verrückt. Sonst kann ich mich in Zügen usw. doch nie konzentrieren und am Handy längere Texte schreiben schon gar nicht. Dachte ich. Und plötzlich fließen die Worte und Ideen nur so aus mir raus.

    Bitte, lass diese Quelle jetzt nicht wieder versiegen. Das darf jetzt nicht wieder aufhören!

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  • Noely

    Hey ihr Lieben! :)

    @Lia, ooooh, Prag ist toll! Gestern hab ich sogar noch zu meinem Freund gesagt, dass ich da unbedingt nochmal hinmuss :)

    @April-Scott Plotbunny-High-Five! Ich bin gerade auch an meinem neuen Bunny dran (Musik von Dido lässt es gerade förmlich explodieren) und es entwickelt sich gerade dafür, dass mir die Idee vor zwei Tagen gekommen ist, schon ganz gut :) Ich werd mir den Rest des Tages noch weiter Ideen aufschreiben und dann geht es erstmal wieder rüber zu ihm :)

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  • Noely

    @Wolkenfuchs @April-Scott haha, geil, dass euch das auch passiert ist :D Irgendwer muss wohl vergessen haben, den Plotbunny-Stall abzuschließen :D

    Ich hab jetzt mal begonnen, mein Bunny zu notieren. Allerdings muss ich jetzt auch gleich zum Chinesen, wo wir den Geburtstag meines Vaters feiern (das ist jetzt echt ein Luxusproblem, ich weiß :D)
    Hoffentlich sind die Ideen, die ich gerade nicht notieren kann, morgen noch da!

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  • Noely

    Guten Mttag! :D

    Heute Nacht ist mir ein neues Projektbunny über mein Kopfkissen gehoppelt.

    Kennt ihr dieses Gefühl, wenn euch ein neues Projekt scheinbar aus dem Nichts in den Sinn kommt und ihr es am liebsten JETZT sofort an einem Tag fertig plotten und schreiben würdet?
    Euch am liebsten irgendwo einschließen und gar nichts anderes mehr machen würdet, bis es fertig ist?
    Oder geht das nur mir so?

    Ich werde Mal versuchen, im Laufe des Tages schon mal ein paar Ideen aufzuschreiben. Mal schauen, wie sich das entwickelt.

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  • Noely

    @czil sagte in Cultural Appropriation vs. Inspiration:

    Die Story an sich gefällt mir nämlich, ich hatte noch nie so viel Spaß beim Schreiben von irgendetwas.

    So ganz verstehe ich die Diskussion nicht.
    Du wirst immer jemanden finden der was auszusetzen hat an deinen Geschichten wenn er was sucht.
    Wenn es dir Spaß macht, schreib die Story.
    Was ich allerdings machen würde ist, die ganze Sache weit mehr verfremden. Die Begriffe sind viel zu nah an den Vorbildern. Schöner finde ich so einen Aha-Effekt. Wenn man Parallelen erkennt aber nicht gleich mit der Nase drauf gedrückt wird.
    Übrigens gab es so was ähnliches wie Geishas sicher auch in China, Indien oder so. Im Gegensatz zu dir hatten die “Alten“ da wenig Skrupel was zu übernehmen und an ihre Bedürfnisse anzupassen.

    Auch eine Idee, danke dafür!

    Ich denke, ich werde die Rohfassung jetzt erst einmal so beenden und dann nochmal überlegen, wie relevant dieses “japanische Setting” tatsächlich ist. Ich hatte eh vor, das Ganze sehr stark zu überarbeiten. Aber ich bin motiviert! :)

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  • Noely

    @noely sagte in Cultural Appropriation vs. Inspiration:

    @SebMeissner und NelaNequin und wieder Danke! Ihr helft mir gerade echt weiter! Über Victorias Namen bin ich schon mal auf Twitter gestolpert, aber zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich ihren Blog bislang noch nicht gelesen habe (im Moment bin ich gerade dabei, mich einzulesen).

    Vielleicht schreibe ich sie tatsächlich mal an, ich glaube, es wäre wirklich hilfreich, mit jemandem zu sprechen, der so sehr im Thema drin ist. Ihr beiden habt mich schon sehr zum Nachdenken angeregt, aber gleichzeitig auch motiviert, an der Geschichte dahingehend zu arbeiten.
    Vielen Dank, wirklich!

    Sorry , ich hatte meinen ursprünglichen Beitrag aus Versehen zitiert, obwohl ich was hinzufügen wollte :D Deshalb hab ich den ersten gelöscht.

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  • Noely

    Erstmal vielen Dank für eure Antworten @NelaNequin und @SebMeissner!

    Über den Tipp mit dem Lektor bzw. der Sensitivität hatte ich auch schon nachgedacht. Und auch über das, was NelaNequin angesprochen hat, also die Frage, ob es nicht sowieso kulturelle Aneignung ist, überhaupt über Geisha/Geiko zu schreiben. Genau das war ja von Anfang an mein Problem.
    Nur habe ich gerade auch das Problem, dass ich gerade sehr verunsichert bin, ob ich die Geschichte so überhaupt zuende schreiben kann bzw. ob es ein Fehler war, sie anzufangen.
    Weil das Geiko-Setting oder zumindest das Berufsbild “Frau, die traditionelle Künste erlernt und diese auf geschlossenen Gesellschaften oder öffentlichen Feiern vorführt und die quasi ein Symbol alter Traditionen ist” ist schon ziemlich wichtig für die Story und wenn ich sie aus diesem Umfeld reißen würde, würde sie nicht mehr funktionieren.
    Aber die Gefahr sehe ich natürlich auch.
    Von daher bin ich mir gerade sehr unsicher. Die Story an sich gefällt mir nämlich, ich hatte noch nie so viel Spaß beim Schreiben von irgendetwas.

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Es scheint als hättest du die Verbindung zu Schreibnacht verloren, bitte warte während wir versuchen sie wieder aufzubauen.