• Houston

    Hm. Das ist eine toughe Frage. Ich denke, ihre Schwäche ist es, sich in die Zukunft zu träumen, um sich nicht mit der Gegenwart beschäftigen zu müssen.
    Und vielleicht ist das Gute, was man daraus ziehen kann, dass jemand, der sich viele Gedanken dazu macht, was er von seiner Zukunft will, dann einen Antrieb hat, (in der Gegenwart) darauf hinzuarbeiten.

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  • Houston

    Ok, ich poste jetzt auch mal mit

    Frage 1:
    Wenn ich Jovana beobachte, bemerke ich, dass sie recht tief sitzende Augenringe hat, die aussehen, als wären sie da schon seit Wochen und würden auch nicht so schnell weg gehen. Sie passen überhaupt nicht zu ihrer fröhlich gemusterten Kleidung. Außerdem wirkt sie etwas nervös, als müsse sie bald wieder weg - sie reibt ihre Finger aneinander und wirft ihre Blicke durch das ganze Café. Ab und zu schaut sie mich fragend an, als wolle sie, dass ich endlich mal loslege und als wüsste sie nicht so genau, was ich eigentlich von ihr will. Da ich nicht zu ihren besten Freunden gehöre und sie hier kein Geld verdient, hat sie vermutlich eher weniger Zeit für unser Treffen eingeplant. Sie wirkt nicht unkonzentriert oder so, als wäre sie in Gedanken an einem anderen Ort, aber es ist offensichtlich, dass sie wenig Geduld mitgebracht hat. Sie lächelt auch nicht, was sie etwas unfreundlich oder unhöflich erscheinen lässt. Außerdem blinzelt sie kaum, während sie ihre Umgebung erfasst, als könne sie ihr Aufschluss darüber geben, was zur Hölle sie hier soll. Allerdings versucht sie nicht, sich abzulenken, geht also nicht an ihr Handy oder so. Sie wartet ab, auch wenn nicht offensichtlich ist, wie lange noch.

    Frage 2:

    Jetzt, wo sie schon so lange wartet, fängt ihr rechtes Auge an zu zucken. Liegt wohl an Stress, Ungeduld und Müdigkeit. Auf ihrer rechten Wange gibt es eine ca. 4cm lange, dünne Narbe. Einige Strähnen ihrer Haare haben sich aus dem strengen Dutt gelöst. Sie beginnt, ihren Mund hin- und herzuschieben, hört aber nicht damit auf, sich umzuschauen. Ihre Lippen sind trocken, und ab und zu kaut sie abgestorbene Hautstückchen ab.

    Frage 3:

    Jovanas Aufgabe ist es, eine Heimat zu finden. Was sie antreibt, ist der Irrglaube, dass ein Wiederherstellen ihrer Familie der richtige Weg dazu ist. In gewisser Weise läuft sie vor der eigentlichen Aufgabe weg, da sie ihr eigenes Glück von Personen abhängig macht, die sie nicht ausstehen können. Jovana ist nicht bereit, die Vergangenheit ruhen zu lassen und Verantwortung für ihr eigenes Leben zu übernehmen. Daher stellt sie sich selbst die Aufgabe, ihre Schwester wieder zu finden, die sie vor sieben Jahren verlassen hat. Durch diese selbst gestellte Aufgabe entflieht sie der Realität und kann Enttäuschungen noch ein wenig aufschieben indem sie sich sagt, dass alles gut wird, sobald sie Nina gefunden hat.

    Bzw.

    “Was siehst du denn jetzt als deine Aufgabe?” “Nina finden” antwortet Jovana mit größter Selbstsicherheit. “Wozu?” Sie seufzt tief. “Sie ist damals abgehauen, weil alles daheim so scheiße war. Aber zu zweit können wir eine eigene Familie sein, ich meine, wir brauchen Nadja nicht…” “Und was machst du danach?” Sie zuckt mit den Schultern. “Das muss ich jetzt doch noch nicht wissen. Ich meine, es wird eh erstmal ewig dauern, sie zu finden. Und danach schauen wir einfach gemeinsam, was wir wollen. Wohin wir wollen. Solche Sachen.” “Aber es ist doch auch irgendwie dein Leben, oder? Ich meine, auch ohne Nina.” Sie schüttelt den Kopf. “Mein Leben gibt es ohne Nina nicht” verkündet sie. Und dann, etwas leiser: “Ich brauche doch eine Familie, Justine.” “Du hast so viele Freunde, die sich toll um dich kümmern! Ist das nicht, wie eine Familie? Und vor allem eine viel bessere als Nina, die immer fies zu dir war?”

    Frage 4:

    Jovana hat eine Menge Willen und Sturköpfigkeit. Außerdem bewegt sie die große Sehnsucht, einfach mal irgendwo anzukommen, erwünscht zu sein und bleiben zu können. Sie ist gut darin, Situationen im Nachhinein zu idealisieren, weshalb sie sich an Nina als eine starke, große Schwester erinnert, die immer ihr bestes getan hat. Außerdem ist sie belastbar und ausdauernd. Sie gibt nicht schnell auf; im Gegenteil, oft klammert sie sich zu lange an dem fest, was sie nicht haben kann oder haben sollte.

    Frage 5:

    “Wie geht’s dir heute?” will ich wissen, aber Jovana zuckt nur mit den Schultern und rollt mit den Augen. “Heißt… so wie immer?” hake ich nach. “Jap,” antwortet sie knapp, “Arbeit, Arbeit, zu wenig Schlaf, Arbeit. Bin froh, wenn das alles rum ist.” “Du meinst, wenn du Nina gefunden hast?” “Mhm.” “Hast du auch Angst, sie vielleicht nicht zu finden?” Es ist das erste Mal, dass wir über Nina reden und Jovana es dabei nicht schafft, mich anzuschauen. “Keine Ahnung” sagt sie schließlich unsicher. “Ich habe es gut geplant. Und ich habe Ideen, wo sie sein kann. Und wenn sie da nicht ist, sind da vielleicht Leute, die es wissen. Und ich meine, ich habe so viel gearbeitet, um mir diese Reise zu leisten, das Geld fehlt mir dann bestimmt nicht. Und ich habe ihre Tagebücher so oft gelesen, ich glaube ich weiß alles.” “Glaubst du?” “Glaube ich… und ich darf nicht damit aufhören, okay? Ich will damit nicht aufhören! Warum sollte ich überhaupt anfangen, sie zu suchen, wenn ich nicht daran glauben würde sie zu finden!?” “Du hast also schon ein bisschen Angst davor” stelle ich fest. Sie antwortet nicht, sondern starrt mit finsterem Blick ins Leere. “Glaubst du, sie freut sich, dich wieder zu sehen?” setze ich meinen Finger in die nächste Wunde. “Bestimmt.” “Ja? Obwohl sie damals weg gelaufen ist und sich nie wieder bei dir gemeldet hat? Obwohl sie dich immer als Last bezeichnet hat? Obwohl sie dir die fiesesten Streiche gespielt hat?” Jovana zuckt mit den Schultern. “Sie hatte wohl ihre Gründe” ist ihre schwache Antwort. “Und Menschen ändern sich schließlich.” “Vielleicht ist sie jetzt glücklicher und möchte nicht an die Vergangenheit erinnert werden” überlege ich laut.

    Frage 6:

    “Ich muss bald gehen” sage ich und schaue sie entschuldigend an. “Ich auch” antwortet sie bloß. Ich atme tief durch. “Ich hab aber noch eine Frage an dich.” Sie schaut mich misstrauisch und auch etwas traurig an, nachdem ich in der letzten Stunde so ziemlich alles, was sie antreibt, in Frage gestellt habe. “Würdest du lieber jedem, der dich verlassen hat, eine zweite oder auch eine dritte und vierte Chance geben, oder würdest du es lieber schaffen, die Vergangenheit abzuwerfen und der Zukunft ihre erste Chance zu geben?” Es dauert etwas, bis sie antwortet. “Menschen ändern sich” wiederholt sie zum keine-Ahnung-wievielten Mal und schaut geknickt auf den Tisch vor uns. “Nina ist nicht mehr die einzige, die dich verlassen hat” erinnere ich sie. “Richard ist auch gegangen. Und beide hatten ihre Gründe dafür, so gut oder schlecht sie auch waren. Willst du wirklich deine ganze Energie reinstecken, sie davon zu überzeugen, dass sie falsche Entscheidungen getroffen haben? Ich meine, du könntest einsehen, dass du von Nina schlecht behandelt wurdest, und dass das mit Richard und dir einfach nicht geklappt hat. Warum versuchst du, dir und allen anderen einzureden, dass es anders sein könnte?” “Ich bin auch anders geworden,” versucht sie, verzweifelt zu erklären, “Und ich will einfach, dass sie das wissen, dass sie wissen, dass es jetzt anders ist, dass wir einen Neustart machen könnten-” “Okay, ich habe anscheinend die falsche Frage gestellt” korrigiere ich mich selbst. “Würdest du lieber versuchen, für irgendwelche Leute jemand anders zu werden, damit sie dir eine zweite, dritte oder sonstwievielte Chance geben, oder würdest du dir selbst eine erste Chance geben?” Jovana seufzt, aber man sieht eine Träne kullern. “Wie habe ich denn eine Chance ohne die anderen?” fragt sie. “Wie habe ich eine Chance ohne meine Familie? Jeder hat eine Familie, oder wenigstens einen Teil davon, und ich habe genau null Familie! Und wenn ich das mit Richard wieder gut machen könnte - ich würde es jederzeit tun. Das hieße doch auch, mir eine Chance zu geben, oder? Indem ich etwas wieder gut mache, das auch mich verletzt hat. Wenn ich uns eine Chance gebe, gebe ich ja auch mir eine Chance, weil ich stecke in dem uns ja drin…” “Wäre halt die Frage, ob Richard dir die Chance geben würde.” “Das war ja deine erste Frage.” Ich stehe auf. “Ich muss jetzt gehen.” Sie nickt. Ich versuche, ihr aufmunternd zuzunicken. “Viel Glück.”

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  • Houston

    Da es seit der Ankündigung in meinem Kalender steht, bin ich auf jeden Fall dabei! Meinen Charakteren geht es meiner Meinung zwar eigentlich gut, aber rumbasteln macht immer Spaß :smile:

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  • Houston

    Keine Ahnung, warum ich dauernd so müde bin, aber ich bin schon wieder so ausgelaugt, dass ich gar keine Ahnung mehr habe, worüber ich schreiben soll, bzw. keine Ahnung, wie ich die noch zu schreibenden Szenen angehen will. Ich sehe mich schon wieder prokrastinieren :neutral_face:

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  • Houston

    Ich bin auf einmal sehr, sehr müde, versuche aber noch ein bisschen was zu schreiben, bevor ich auch noch Abendessen kochen muss…

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  • Houston

    So, ab heute bin ich auch dabei!

    Ziel: ca. 4000 Wörter
    Freitag geschafft:Nix
    Samstag geschafft: 1502 Wörter
    Sonntag geschafft: 2571 Wörter
    Gesamt geschafft: 4073/4000

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  • Houston

    Steckbrief:
    Wie viele Bücher möchtest du dieses Jahr lesen?

    1. Letztes Jahr habe ich leider kaum gelesen.

    In welchen Genres möchtest du mehr lesen?
    Science Fiction und Sachbücher.

    Mit welchem Buch beginnst du 2019?
    “Becoming” von Michelle Obama, das gab’s zu Weihnachten.

    Wie viele ungelesene Bücher hast du derzeit zuhause?
    da ich noch recht frisch ausgezogen bin, hier bei mir nur 3 oder so, aber bei meinen Eltern sind noch ca. 30-40.

    Welche Neuerscheinungen kommen 2019, die du sofort lesen musst/wirst?
    Da kenne ich mich viel zu wenig aus, daher lasse ich mich einfach wie immer davon überraschen, was so kommt. Ich lese auch selten die neuesten Neuerscheinungen (zu teuer).

    gelesene Bücher:

    Verfasst in Schreibnacht Buchclub weiterlesen
  • Houston

    Ich war heute super müde und hab zwar eigentlich viel geschafft, aber auch viel prokrastiniert… daher sind es heute Abend nur 533 Wörter geworden. Die nächsten Tage werden es hoffentlich wieder mehr :)

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  • Houston

    Also falls ich es nicht SCHON WIEDER vergesse (damn it, Vergangenheits-Justine!) bin ich dabei! Ich kann die Motivation gut gebrauchen.

    Verfasst in Schreibmarathon Wochenende weiterlesen
  • Houston

    Und nochmal 1282 Wörter, allerdings diesmal nicht an meinem Manuskript, sondern für meine 12jährige Schwester, die mit mentalen Problemen kämpft und der ich daher einen monatlichen “Power-Newsletter” schreibe.

    Verfasst in Schreibmotivation weiterlesen

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