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„There is something infinitely healing in the repeated refrains of nature – the assurance that dawn comes after night, and spring after winter.“ (Rachel Carson)
http://www.wildlifephoto-ring.de/
Gruppen
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Korbi217
Verfasst in Fragestunde mit Korbinian Ring • weiterlesenDie Frage habe ich mir jetzt fast bis zum Schluss aufgehoben, aber ich habe trotzdem noch keine Antwort darauf.
Wenn du wirklich in der Wildnis bist (mehr oder weniger, echte Wildnis mir primären Wäldern sind nur noch ca. 2,8% der Erdoberfläche), nur mit der Natur, in der Begegnung mit anderen Tieren, dann ist jeder Moment unglaublich. Da kann ich mich jetzt wirklich nicht auf einen festlegen. Aber ich kann ein paar nennen, die Kandidaten wären.Man könnte den Quetzal nennen, den wir in Panama so lange gesucht haben. Wahrscheinlich eher noch die zweite Sichtung am nächsten Tag, als der fast direkt über mir saß. Aber soo besonders habe ich den Moment selbst gar nicht in Erinnerung.
Wirklich besonders war meine erste Begegnung mit wilden Affen. Eine Gruppe Mantelbrüllaffen, darunter auch zwei Mütter mit Jungtier (die Bilder dazu sind im Buch und teils auch auf der Website), die wenige Meter über uns in den Bäumen den Dschungelpfad kreuzten. Das war unfassbar, und ich muss auch sagen, besonders emotional sind Wildnisbegegnungen immer mit Tieren wie Affen und Walen, die zwar nicht unsere Sprache sprechen, aber eben auch sehr intelligent sind und mehr verstehen, als man meint.
Apropos Delfine: Die Delfine in Panama wären auch ein Anwärter. Eine große Schule von Tümmlern, und wir in einem kleinen Boot. Sie sind unter uns durchgetaucht, neben uns geschwommen, ich hätte fast nur den Arm ausstrecken müssen, um sie zu berühren.
Aber ich glaube, emotional hat die Affengruppe leicht die Nase vorn.
Zumindest solange, bis vermutlich Tränen fließen, wenn ich nach jahrelanger Suche endlich Orcas sehe
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Korbi217
Verfasst in Fragestunde mit Korbinian Ring • weiterlesenFür meine WB-Gruppe, die Anderswelt, habe ich letztes Jahr einen Schreibimpuls-Adventskalender mit 24 Fotos gemacht

Mich selbst inspirieren die Fotos da aber wenig. Was nicht an den Fotos liegt, sondern daran, dass ich die Orte ja selbst live gesehen und erlebt habe. Das wiederum passiert mir ständig, dass mich Orte inspirieren. Ein Foto ist dann eher zu Hause nochmal dafür da, die Erinnerung zu wecken.
Ich kann mir auch keine Orte ausdenken. Wenn ich einen Ort brauche in einer Geschichte, dann nehme ich einen, wo ich schon war, den ich mit allen Sinnen beschreiben kann.
Deshalb tauchen Landschaften, die ich noch nie selbst besucht habe, auch nie in meinen Geschichten auf. Sandwüste und Oasen zum Beispiel, das wird sich nächstes Jahr wohl ändern, dann schreibe ich auch darüber.Ich kann deshalb auch nicht ein spezielles Foto nennen. Obwohl es schon eines gibt, das auch im erwähnten Adventskalender war, das war nach den daraufhin geposteten Texten zu urteilen sehr inspirierend (ist aber nicht auf der Website).
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Korbi217
Verfasst in Fragestunde mit Korbinian Ring • weiterlesenAlso, Menschen gibt es in zwei Kategorien. Einheimische, Indigene, mache ich gerne. Menschen in ihrer Umgebung, keine Stadt oder Ähnliches. Und auf der anderen Seite, was wir halt in Europa so haben. Grundsätzlich bin ich kein Fan von Menschen, Shootings mache ich normal nicht, und wenn ich mal eine Veranstaltung fotografieren muss, stelle ich mir vor, ich fotografiere hier einfach wilde Tiere bei was auch immer, denen kann ich ja auch nicht sagen, wie sie sich bitte hinstellen sollen.
Grundsätzlich fotografiere ich am liebsten Tiere, das kann ich auch besser als Landschaften. Aber ich nehme beides mit. Meistens die Tiere als Ziel und die Landschaften als Kontext.
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Korbi217
Verfasst in Fragestunde mit Korbinian Ring • weiterlesenDas ist mancherorts in der Tat ein großes Problem, und wenn man einen Ort etwa in fünf Instagram-Reels am Tag sieht, ist man gut beraten, ihn nicht zu besuchen, egal wie hübsch das auf den bearbeiteten und gestellten Videos aussieht. Der Natur tut das auch nicht gut.
Ich mache mir wenig Sorgen, dass ich dazu beitragen könnte. Aus gutem Grund gebe ich nur grob die Orte bekannt (Nationalpark xy, Gebirge xy), und nur, wenn es relevant ist. Oft reicht es noch ungenauer – eines meiner Lieblingsbilder kann ich “Nebelwald” oder “Bergregenwald” nennen und es reich schon aus, ich muss noch nicht mal den Kontinent angeben.
Bei Tieren bin ich noch vorsichtiger – nicht wenige Arten, die ich fotografiert habe, vor allem bei der Panama-Expedition, sind bedroht und werden auch von Wilderern gejagt. Aber auch in der Heimat: Ich gebe niemals einen genauen Spot bekannt. Beispiel München, Nymphenburger Park, Waldkauzpopulation. Da steht jedes Jahr in sämtlichen Zeitungen, in welchen Baum die gerade brüten, und entsprechend geht es da zu. Das ist extremer Stress für die Tiere. -
Korbi217
Verfasst in Fragestunde mit Korbinian Ring • weiterlesenDankeschön, freut mich sehr, dass es dir gefällt

Erstmal zum Dinner. Schöne Frage!
Autoren und Romanpersonen, das ist natürlich ein großer Kreis. Ich würde mich mal auf Autoren beschränken – viele Romanfiguren würden eh aus deren Werk kommen, dann nehme ich gleich den Autor hinter der Welt/den Welten.
Ich bin philosophisch veranlagt, gerade im Bezug auf Literatur. Daher: J. R. R. Tolkien, Frank Herbert und Ted Chiang.Bonusantworten
:@skyrodin sagte in Literarisches Dinner:
Conservation Photographer geworden wäre (ohne die genaue Bezeichnung dafür zu kennen)
Stimmt schon so, so nennt man das heute meistens.
@skyrodin sagte in Literarisches Dinner:
Oder der Tukan… Ich hätte das vermutlich gar nicht hinbekommen, so sehr wäre ich fasziniert gewesen, weil Tukane zu meinen Lieblingstieren gehören.
Der war der erste an dem Tag, aber schon die vierte Sichtung insgesamt. Die Aufregung nimmt ab. Und er saß sehr ruhig und auch nah auf dem Boden. Das war eines meiner leichtesten Fotos

@skyrodin sagte in Literarisches Dinner:
Oder der Waran, der auf dem Treibholz (?) hochklettert…
Gemeiner Schwarzleguan, Weibchen oder evtl. Jungtier.
@skyrodin sagte in Literarisches Dinner:
Allein das Foto bei Nacht im “Lebensraum Gebirge”? Das würde ich mir an die Wand hängen
Ah, das. Eine herrliche Herbstnacht in den slowenischen Alpen, im Zelt auf 2.000 Metern. Damit kann ich dienen, es kommt zusammen mit ein paar anderen demnächst in den Shop

Freut mich, dass es dir gefällt. -
Korbi217
Verfasst in Fragestunde mit Korbinian Ring • weiterlesenHat sich so nach und nach entwickelt.
Ganz grob könnte man vielleicht sagen, ich habe zum ersten Urlaub vor langer Zeit eine kleine Kompaktkamera bekommen, später eine bessere, dann kam eine Robbenbegegnung und der Beginn meiner Naturfotografie. Alles weitere war Selbststudium, neue Ausrüstung und neue Gedanken, neue Richtungen – erst die Spezialisierung auf Naturfotografie, dann der Wunsch, das ganze auch fotojournalistisch zu machen, als Conservation Photographer, Natur- und Artenschutz aktiv zu betreiben. Aber der Anfang der Naturfotografie war bei mir eine Robbenkolonie – erstens war ich noch nie wilden Tieren so nah gewesen, zweitens musste ich damals feststellen, dass meine Kamera dafür nicht ausreicht.
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Korbi217
Verfasst in Fragestunde mit Korbinian Ring • weiterlesenOh, ganz viele. Patagonien, Antarktis. Amazonasgebiet und Südbrasilien. Zurück in die mittelamerikanischen Tropen, aber auch die ganz anderen Tropen der anderen Kontinente besuchen – Südostasien und Afrika, beides noch völlig unbekannt für mich. Afrikanische Steppe, wird vielleicht nicht mein jährliches Reiseziel, aber ich will auf jeden Fall mal hin. Mit der Arktis fange ich jetzt dieses Jahr an, aber: Alaska, Kanada. Es gibt so viel. Neuseeland. Galapagos.
Also eigentlich alle

Andererseits mag ich nicht durchhetzen. Wenn ich in eine neue Region reise, will ich sie auch richtig kennenlernen. Nichts von wegen eine Woche im 5-Sterne-Hotel auf Bali und dann wieder heimfliegen. Dann lieber ein paar Länder weniger. -
Korbi217
Verfasst in Fragestunde mit Korbinian Ring • weiterlesenDürfen ja, aber nur eingeschränkt veröffentlichen.
Eigentlich mache ich es eh schon die ganze Zeit. Zum einen nebenbei (in der freien Zeit mal nach nebenan auf den Berg oder an den Fluss, oder dergleichen), zum anderen gibt es ja Fotojobs in der Archäologie. Ich habe Objektfotografie gemacht, mehrere Kampagnen in Italien begleitet und auch für eine Grabung in Ägypten, das, wenn alles nach Plan läuft, nächstes Jahr startet, stehe ich als Fotospezialist im Projektantrag.
Aber ich habe im Moment nicht vor, das groß öffentlich zu begleiten.Und: Ja, ich sehe Zukunftschancen in der Archäologie. Der Plan wäre aber, aus der Archäologie rauszugehen, sobald das Fotogewerbe und alles rundherum genug Geld abwirft, dass ich mit der Naturfotografie und dem Naturschutz in Vollzeit widmen kann. Weil vom Aufwand her ist das ehrlich gesagt jetzt schon mindestens ein Vollzeitjob, und ich habe gerade nur ein großes Fotoprojekt – neben zwei archäologischen Jobs, Reisen und einem demnächst weitergehenden Studium…
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Korbi217
Verfasst in Fragestunde mit Korbinian Ring • weiterlesenGleich drei Fragen

@talismea sagte in Lieblingstier bzw. Tiertraum:
Bei welchem Fantasiewesen bedauerst du, es nicht vor die Kamera zu bekommen?
Hmm, gute Frage. Vielleicht ein Phönix?
@talismea sagte in Lieblingstier bzw. Tiertraum:
hast du ein Lieblingstier, das du schon ablichten durftest?
Damit bin ich überfordert 
Ich habe bisher fast 450 Tierarten fotografiert, und mindestens 50 davon könnte ich auf Anhieb als Lieblingstier nennen. Viele waren fantastisch. Auf eines festgelegt, lande ich aus dem Bauch raus wohl bei einer Delfinart.@talismea sagte in Lieblingstier bzw. Tiertraum:
Oder eines, das du unbedingt mal fotografieren würdest?
Mehr als nur eines… aber aus aktuellem Anlass: Orcas. Meine absoluten Lieblingstiere, und ich werde dieses Jahr noch fast zwei Monate damit verbringen, sie endlich zu finden
