• Korbi217

    Also, Menschen gibt es in zwei Kategorien. Einheimische, Indigene, mache ich gerne. Menschen in ihrer Umgebung, keine Stadt oder Ähnliches. Und auf der anderen Seite, was wir halt in Europa so haben. Grundsätzlich bin ich kein Fan von Menschen, Shootings mache ich normal nicht, und wenn ich mal eine Veranstaltung fotografieren muss, stelle ich mir vor, ich fotografiere hier einfach wilde Tiere bei was auch immer, denen kann ich ja auch nicht sagen, wie sie sich bitte hinstellen sollen.

    Grundsätzlich fotografiere ich am liebsten Tiere, das kann ich auch besser als Landschaften. Aber ich nehme beides mit. Meistens die Tiere als Ziel und die Landschaften als Kontext.

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  • Korbi217

    Das ist mancherorts in der Tat ein großes Problem, und wenn man einen Ort etwa in fünf Instagram-Reels am Tag sieht, ist man gut beraten, ihn nicht zu besuchen, egal wie hübsch das auf den bearbeiteten und gestellten Videos aussieht. Der Natur tut das auch nicht gut.

    Ich mache mir wenig Sorgen, dass ich dazu beitragen könnte. Aus gutem Grund gebe ich nur grob die Orte bekannt (Nationalpark xy, Gebirge xy), und nur, wenn es relevant ist. Oft reicht es noch ungenauer – eines meiner Lieblingsbilder kann ich “Nebelwald” oder “Bergregenwald” nennen und es reich schon aus, ich muss noch nicht mal den Kontinent angeben.
    Bei Tieren bin ich noch vorsichtiger – nicht wenige Arten, die ich fotografiert habe, vor allem bei der Panama-Expedition, sind bedroht und werden auch von Wilderern gejagt. Aber auch in der Heimat: Ich gebe niemals einen genauen Spot bekannt. Beispiel München, Nymphenburger Park, Waldkauzpopulation. Da steht jedes Jahr in sämtlichen Zeitungen, in welchen Baum die gerade brüten, und entsprechend geht es da zu. Das ist extremer Stress für die Tiere.

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  • Korbi217

    Dankeschön, freut mich sehr, dass es dir gefällt :-)

    Erstmal zum Dinner. Schöne Frage!
    Autoren und Romanpersonen, das ist natürlich ein großer Kreis. Ich würde mich mal auf Autoren beschränken – viele Romanfiguren würden eh aus deren Werk kommen, dann nehme ich gleich den Autor hinter der Welt/den Welten.
    Ich bin philosophisch veranlagt, gerade im Bezug auf Literatur. Daher: J. R. R. Tolkien, Frank Herbert und Ted Chiang.

    Bonusantworten ;-) :

    @skyrodin sagte in Literarisches Dinner:

    Conservation Photographer geworden wäre (ohne die genaue Bezeichnung dafür zu kennen)

    Stimmt schon so, so nennt man das heute meistens.

    @skyrodin sagte in Literarisches Dinner:

    Oder der Tukan… Ich hätte das vermutlich gar nicht hinbekommen, so sehr wäre ich fasziniert gewesen, weil Tukane zu meinen Lieblingstieren gehören.

    Der war der erste an dem Tag, aber schon die vierte Sichtung insgesamt. Die Aufregung nimmt ab. Und er saß sehr ruhig und auch nah auf dem Boden. Das war eines meiner leichtesten Fotos :sweat_smile:

    @skyrodin sagte in Literarisches Dinner:

    Oder der Waran, der auf dem Treibholz (?) hochklettert…

    Gemeiner Schwarzleguan, Weibchen oder evtl. Jungtier.

    @skyrodin sagte in Literarisches Dinner:

    Allein das Foto bei Nacht im “Lebensraum Gebirge”? Das würde ich mir an die Wand hängen

    Ah, das. Eine herrliche Herbstnacht in den slowenischen Alpen, im Zelt auf 2.000 Metern. Damit kann ich dienen, es kommt zusammen mit ein paar anderen demnächst in den Shop ;-)
    Freut mich, dass es dir gefällt.

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  • Korbi217

    Hat sich so nach und nach entwickelt.

    Ganz grob könnte man vielleicht sagen, ich habe zum ersten Urlaub vor langer Zeit eine kleine Kompaktkamera bekommen, später eine bessere, dann kam eine Robbenbegegnung und der Beginn meiner Naturfotografie. Alles weitere war Selbststudium, neue Ausrüstung und neue Gedanken, neue Richtungen – erst die Spezialisierung auf Naturfotografie, dann der Wunsch, das ganze auch fotojournalistisch zu machen, als Conservation Photographer, Natur- und Artenschutz aktiv zu betreiben. Aber der Anfang der Naturfotografie war bei mir eine Robbenkolonie – erstens war ich noch nie wilden Tieren so nah gewesen, zweitens musste ich damals feststellen, dass meine Kamera dafür nicht ausreicht.

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  • Korbi217

    Oh, ganz viele. Patagonien, Antarktis. Amazonasgebiet und Südbrasilien. Zurück in die mittelamerikanischen Tropen, aber auch die ganz anderen Tropen der anderen Kontinente besuchen – Südostasien und Afrika, beides noch völlig unbekannt für mich. Afrikanische Steppe, wird vielleicht nicht mein jährliches Reiseziel, aber ich will auf jeden Fall mal hin. Mit der Arktis fange ich jetzt dieses Jahr an, aber: Alaska, Kanada. Es gibt so viel. Neuseeland. Galapagos.

    Also eigentlich alle :laughing:
    Andererseits mag ich nicht durchhetzen. Wenn ich in eine neue Region reise, will ich sie auch richtig kennenlernen. Nichts von wegen eine Woche im 5-Sterne-Hotel auf Bali und dann wieder heimfliegen. Dann lieber ein paar Länder weniger.

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  • Korbi217

    Dürfen ja, aber nur eingeschränkt veröffentlichen.

    Eigentlich mache ich es eh schon die ganze Zeit. Zum einen nebenbei (in der freien Zeit mal nach nebenan auf den Berg oder an den Fluss, oder dergleichen), zum anderen gibt es ja Fotojobs in der Archäologie. Ich habe Objektfotografie gemacht, mehrere Kampagnen in Italien begleitet und auch für eine Grabung in Ägypten, das, wenn alles nach Plan läuft, nächstes Jahr startet, stehe ich als Fotospezialist im Projektantrag.
    Aber ich habe im Moment nicht vor, das groß öffentlich zu begleiten.

    Und: Ja, ich sehe Zukunftschancen in der Archäologie. Der Plan wäre aber, aus der Archäologie rauszugehen, sobald das Fotogewerbe und alles rundherum genug Geld abwirft, dass ich mit der Naturfotografie und dem Naturschutz in Vollzeit widmen kann. Weil vom Aufwand her ist das ehrlich gesagt jetzt schon mindestens ein Vollzeitjob, und ich habe gerade nur ein großes Fotoprojekt – neben zwei archäologischen Jobs, Reisen und einem demnächst weitergehenden Studium…

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  • Korbi217

    Gleich drei Fragen :-)

    @talismea sagte in Lieblingstier bzw. Tiertraum:

    Bei welchem Fantasiewesen bedauerst du, es nicht vor die Kamera zu bekommen?

    Hmm, gute Frage. Vielleicht ein Phönix?

    @talismea sagte in Lieblingstier bzw. Tiertraum:

    hast du ein Lieblingstier, das du schon ablichten durftest?

    :dizzy_face: Damit bin ich überfordert :rofl:
    Ich habe bisher fast 450 Tierarten fotografiert, und mindestens 50 davon könnte ich auf Anhieb als Lieblingstier nennen. Viele waren fantastisch. Auf eines festgelegt, lande ich aus dem Bauch raus wohl bei einer Delfinart.

    @talismea sagte in Lieblingstier bzw. Tiertraum:

    Oder eines, das du unbedingt mal fotografieren würdest?

    Mehr als nur eines… aber aus aktuellem Anlass: Orcas. Meine absoluten Lieblingstiere, und ich werde dieses Jahr noch fast zwei Monate damit verbringen, sie endlich zu finden :heart_eyes:

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  • Korbi217

    Fotopapier ist eine Wissenschaft für sich.

    Grundsätzlich bin ich mit den Materialien sehr kritisch, aber es kommt auf die Nutzung an. Es gibt zwei Fotodruckereien, die ich nutze – die eine ist einfach die Allerbeste, die andere für die meisten Situationen aber auch nicht groß schlechter und dabei billiger, vor allem mit Sonderrabatten, die ich da kriege.
    Es gibt, ganz allgemein gesagt, bei Fotopapier glänzendes und mattes. Es kommt auf die Fotos an, was dazu passt. Mein privater Panama-Bildband ist beispielsweise komplett auf das beste verfügbare Hochglanzpapier gedruckt (der hat aber auch keinen Text). Damit sehen die meisten Panama-Bilder am besten aus. Bedeutet aber auch, er ist teuer, und er verzeiht absolut keine Fingerabdrücke – wenn ich ihn herzeige oder selbst anschaue, trage ich Baumwollhandschuhe.

    Das Panama-Buch ist ein Kompromiss aus Preis und Anforderungen. Glänzendes Papier ist nicht geeignet für lange Texte, daher matt. Ich wollte wegen der Bilder aber Fotopapier (und weil aus Zeitgründen eine Verlagssuche unmöglich war).

    Es ist immer etwas schwierig, und für Laien auch schwierig zu durchblicken. Deshalb sage/schreibe ich immer dazu, wenn ich auf meiner Website oder sonst so Wandbilder und Drucke zum Verkauf anbiete (kommt demnächst), dass ich gerne berate, was für die gewünschte Situation das richtige Papier, das richtige Material, die richtige Druck- oder Belichtungsart ist.

    Wer was damit anfangen kann: Das für mein Buch verwendete Papier ist Fujifilm Crystal Archive Album matt mit halbglänzendem Finish (deshalb ist es relativ fingerabdruckresistent), 368g/m² Grammatur laminiert auf ein kartonstarkes Trägermaterial mit 600 g/m² Grammatur und FSC-Zertifizierung.

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  • Korbi217

    @talismea sagte in Das Basislager der 112. Schreibnacht (Plauderthread):

    @Korbi217 Ich feiere deine Formulierung: Schreiben als “Spiegeldimension zur Arbeit”!

    Wobei das eigentlich kein Gegensatz ist. In dem Film ist das eine Dimension, die man betreten kann, um zu üben, trainieren, auszuprobieren, ohne dass es die echte Welt beeinflusst. Das meine ich damit – ein Testgelände für kulturwissenschaftliche und philosophische Theorien, das sind meine Fantasy-Projekte.

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  • Korbi217

    Tatsächlich kommt es auf die Ziele an. Ich bin absolut miserabel darin, Werbung zu machen. Wenn etwas Reichweite haben soll, brauche ich die Unterstützung eines Verlages.

    Insofern, bei einem Roman kann ich mir beides vorstellen. Der Bildband zu einem großen Projekt, das sich gerade in der zweiten Phase befindet (ich kann es aber noch nicht offiziell machen), wird auf jeden Fall bei einem Verlag landen, das geht gar nicht anders. Da arbeite ich dann aber auch mit mehreren Organisationen zusammen, dann wird das einfacher – da komme ich dann nicht alleine als No-Name hin.

    Verfasst in Fragestunde mit Korbinian Ring weiterlesen

Es scheint als hättest du die Verbindung zu Schreibnacht verloren, bitte warte während wir versuchen sie wieder aufzubauen.